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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Eva Papek (2022): Phylogeography of the Mediterranean pine bark beetle Orthotomicus erosus – running into pitfalls.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Forstentomologie, Forstpathologie und Forstschutz (IFFF), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 47. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Der Mediterrane Kiefernborkenkäfer Orthotomicus erosus ist in Südeuropa, Zentralasien und Nordafrika heimisch. In Südafrika, Nordamerika oder Uruguay ist er eine invasive Art. Orthotomicus erosus brütet in Kiefern, ist mit Bläuepilzen vergesellschaftet und kolonisiert Bäume effizient mithilfe von Aggregationspheromonen. Je nach Umweltbedingungen kann diese polygyne Art zwischen zwei und sieben Generationen pro Jahr ausbilden. Während des Pleistozäns waren große Teile Europas von einer dicken Eisschicht bedeckt. Leben war nur in Refugialgebieten möglich, z. B. in Italien. Der sukzessive Rückzug in Refugialgebiete und die spätere postglaziale Wiederbesiedlung wirkten bei vielen Arten als evolutionäre Triebkräfte. Aufgrund starker Wirtsabhängigkeit ist es wahrscheinlich, dass zwischen O. erosus und Kiefern eine Koevolution stattgefunden hat. Um die genetische Struktur zu klären und die Evolutionsgeschichte von O. erosus zu verstehen, wurden 221 Individuen von 14 Populationen analysiert. Die Käfer wurden in Pheromon-Fallen in u.a. Spanien, Ungarn, Uruguay und Griechenland gesammelt. Nach der DNA-Extraktion wurde ein Fragment des mitochondrialen COI-Gens mittels PCR amplifiziert. Die PCR-Produkte wurden Sanger-sequenziert, die Sequenzen wurden phylogenetisch analysiert. Trotz der Anwendung von zwei verschiedenen Extraktionsprotokollen und drei verschiedenen Primer-Paaren konnten keine aussagekräftigen Ergebnisse erzielt werden. Wahrscheinlich lag eine Ursache für die Probleme in der Probenahme, da die DNA-Qualität nicht gut genug war, um Amplifikationen durchzuführen. Außerdem war die falsche Bestimmung von Arten ein Problem, da mehrere Individuen einen DNA-Barcode einer anderen Borkenkäferart aufwiesen. In zukünftigen Forschungsarbeiten müssen diese Probleme beachtet werden. Insbesondere die Probennahme von Insekten mit hoher DNA-Qualität muss sichergestellt werden, um die Verwendung von molekularen Markern zur Beantwortung phylogeographischer Fragen zu ermöglichen.

Beurteilende*r: Stauffer Christian
1.Mitwirkender: Schebeck Martin

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