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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Jeanine Jägersberger (2023): Waldbauliche Untersuchungen zum Niederwald in der Urbarialgemeinde Oggau.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Waldbau (WALDBAU), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 85. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Die Bewirtschaftung des Urbarialwaldes Oggau erfolgt seit über 140 Jahren als Niederwald und dient hauptsächlich der Brennholzversorgung der Mitglieder. Aufgrund einer Überalterung der Stockausschläge, befürchtet man einen Rückgang der Ertragsleistung. Es besteht großes Interesse an einer schrittweisen Überführung in Niederwald mit Überhältern (Mittelwald) zur Steigerung der Wertleistung durch die zusätzliche Produktion von Nutzholz. Gleichzeitig soll aber die nachhaltige Versorgung der Mitglieder mit Energieholz gesichert sein. Primäres Ziel der Arbeit ist es, das aktuelle Leistungsvermögen und das Potenzial für eine Überführung der Niederwaldbestände durch eine Analyse und Bewertung der Bestandsstruktur und -dynamik darzustellen. Zusammenhänge zwischen Stockstruktur, -alter und der Ertragsleistung werden untersucht. Der Urbarialwald Oggau liegt im Nordburgenland in der Katastralgemeinde Purbach am Neusiedlersee. Für die Aufnahmen wurden 10 Bestände mit einer standörtlichen Vergleichbarkeit als unechte Wuchsreihe (Altersrahmen 1 bis 46 Jahre) herangezogen. In den Beständen wurden jeweils 4 Probeflächen angelegt, wo Standorts- und Bestandesmerkmale (Keimlinge, Bestand Höhe ≥ 20 cm und Totholz) erfasst wurden. Hohe mittlere Keimlingsdichten vor allem in den jungen sowie älteren, lichteren Beständen mit Maximalwerten von im Mittel 79 368 Keimlingen/ha und einer hohen Baumartenvielfalt, deuten auf ein gutes generatives Verjüngungspotenzial hin. Die mittleren Stammzahlen liegen zwischen 68 650 und 3 520 N/ha und die mittleren Grundflächen in 10 cm Schafthöhe zwischen 0,2 und 56,4 m²/ha. Die Vorräte für die 10 bis 46-jährigen Bestände liegen zwischen 26,5 und 179,5 VfmS/ha. Die Verteilung der Stockaltertypen zeigt eine deutliche Überalterung der Stöcke in 7 von 10 Beständen. Im Durchschnitt sind 57,4% der Stöcke alt, 32,6% der Stöcke mittelalt und 10,0% junge Stöcke. Die Auswertung des Zusammenhanges zwischen dem Stockaltertyp und der Biomasseproduktion zeigt, dass die Gesamtbiomasseproduktion der jungen Stöcke am geringsten ist. Beim mittelalten und alten Stockaltertyp gibt es eine starke Streuung bei den Biomassen der einzelnen Stöcke und große Unterschiede zwischen den Beständen. Ein eindeutiger Rückgang der Ertragsleistung beim alten Stockaltertyp ist nicht zu erkennen.

Beurteilende*r: Hochbichler Eduard

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