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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Feline Peters (2023): Are climate induced changes in alpine vegetation reflected in plant function traits? – A case study from Hochschwab, Austria..
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Botanik (Botany), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 55. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Der Klimawandel wird die Zukunft der Biodiversität beeinflussen, insbesondere in Berggebieten, in denen das Pflanzenwachstum durch niedrige Temperaturen stark eingeschränkt ist. Tatsächlich hat Langzeitüberwachung Veränderungen in der alpinen Artenzusammensetzung und -diversität auf Berggipfeln in Österreich und anderswo dokumentiert. Zukünftige Veränderungen vorherzusagen und möglicherweise Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität zu treffen benötigt ein Verständnis dafür, wie und warum Pflanzen auf Umweltveränderungen reagieren. Um Modelle, die die Veränderungen in der Artenhäufigkeit erklären können, zu testen, wurden von 29 Arten vom Hochschwab (Steiermark) funktionelle Merkmale gemessen, die teils Anpassungen an Temperatur, Wasser und Nährstoffe widerspiegeln. Es wurde getestet, welche funktionalen Merkmale mit der Habitatpräferenz der Arten (aus Umweltindikatorwerten -EIV -nach Landolt) zusammenhängen, und es wurden getested, ob sich der gewichteten Mittelwert (community-weighted mean - CWM) für Merkmale und EIVs pro Untersuchungsfläche verändert haben. Dazu wurden Daten aus einer Langzeitüberwachungs der Artzusammensetzung von GLORIA verwendet, die zwischen 2001 und 2015 am selben Ort erhoben wurden, um zu testen, ob Veränderungen in der Häufigkeit von Arten entweder durch EIVs oder funktionelle Merkmale erklärt werden können. Obwohl 20 Arten in ihrer Bodenbedeckung zunahmen und 24 Arten (von insgesamt 140 Arten) um > 40 % abnahmen, ergab sich gesamt keine signifikante änderung der Pflanzengemeinschaft. Auch die CWM der funktionellen Merkmale änderten sich nicht signifikant. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass die Gemeinschaft stark von einer Art, Carex firma, dominiert wird, die sich in ihrer Häufigkeit nicht wesentlich verändert hat. Von den 29 Arten, von denen funktionelle Merkmale gemessen wurden, korreliert die Änderung ihrer Bodendeckung signifikant mit der Pflanzenhöhe, der Blattform und auch mit der zweiten Hauptkomponente einer Hauptkomponentenanalyse, die alle Merkmale umfasste. Diese Studie zeigt damit das Potenzial auf, funktionale Merkmale im Zusammenhang mit Umweltanpassungen zu verwenden, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Zusammensetzung von Gemeinschaften zu erklären und zu verstehen.

Beurteilende*r: Hietz Peter

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