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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Karlheinz Rauter (2012): Arbeitszeitbedarf der bäuerlichen Gästebeherbergung Methodenvergleich in der Erhebung von Arbeitszeiten zur Identifikation von Optimierungspotenzialen am Betrieb.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Landtechnik, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 176. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Die Lohnkosten bei der bäuerlichen Gästebeherbergung machen einen Großteil der Ausgaben aus, daher empfiehlt es sich, den Arbeitszeitbedarf vorab zu eruieren, um den Personaleinsatz bestmöglich abschätzen zu können. Zu den untersuchten Arbeitsbereichen vorliegender Erhebungen zählen die Verpflegung, Gästebetreuung, Wäschepflege, Reinigungsarbeiten, Management und die Hofpflege. Eine gewählte Methode war die Selbstaufschreibung der Arbeitszeit nach Tätigkeit durch arbeitende Personen, welche Schätzwerte darstellen. Es wurde ein Gesamtarbeitszeitaufwand für 10 Gäste mit Frühstückspension von 12,9 APh / Tag attestiert. Tagebuchaufzeichnungen eignen sich gut für überbetriebliche Vergleiche. Bei der Zeiterfassung durch Arbeitsbeobachtung wurden alle Tätigkeiten bis in Arbeitselemente untergliedert. Deren Zeitbedarf wurde mit einem Pocket-PC erhoben und anschließend in einer Modellbildung verknüpft. Der Gesamtarbeitszeitbedarf betrug 11,7 AKh / Tag. Durch diese Methodik können tätigkeitsbezogene Störfaktoren identifiziert und somit eine Optimierung der betrieblichen Arbeitsprozesse eingeleitet werden. Der Vergleich der beiden Methoden ergab eine bei gleichen Einflussgrößenannahmen relativ niedrige Differenz. Je nach Wahl der Einflussparameter betrug diese zwischen 5 % und 15 %. Daten aus Arbeitsbeobachtungen sind exakter als solche, die durch Selbstaufschreibung zustande kommen. Jedoch muss für erstere ein höherer Erhebungs- und Modellierungsaufwand in Kauf genommen werden. Im Vergleich der Ergebnisse mit bereits vorhandenem Datenmaterial hat sich gezeigt, dass der Gesamtarbeitszeitbedarf höher war. Auf Grund von fehlenden Informationen bezüglich der Datengüte vorhandener Studien waren Vergleiche nicht zweckmäßig. Es wurden einige Optimierungspotenziale für den Untersuchungsbetrieb identifiziert. Den höchsten Stellenwert wies der Tätigkeitsbereich "Garten und Ernte" auf, wobei durch Anschaffung einer Sprenkelanlage bis zu 27 AKmin / Tag vermindert werden könnten.

Beurteilende(r): Quendler Elisabeth

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