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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Maria Grill (2013): Bedeutung der Grünlandbewirtschaftung zur Sicherung der Kulturlandschaft in Ebensee im Inneren Salzkammergut und Erarbeitung eines Konzeptes zur Formierung von Betriebskooperationen.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Abteilung Pflanzenbau, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 80. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
In der oberösterreichischen Gemeinde Ebensee wurde im Juli 2009 mittels Fragebogen und qualitativen Interviews der Ist-Zustand der landwirtschaftlichen Betriebe erhoben. Die Ergebnisse zeigen eine drastische Reduktion der landwirtschaftlichen Betriebe. Innerhalb von nur zwanzig Jahren schwand die Zahl der Betriebe um mehr als die Hälfte. Für zwei Drittel der jetzt aktiven Betriebe stehen Kinder zur Hofnachfolge bereit. Die Mehrheit dieser bäuerlichen Nachkommen sieht in der Landwirtschaft aber keine Zukunft und will den in Nebenerwerb erwirtschafteten Betrieb der Eltern nicht weiterführen. Mit dem voraussichtlichen Verlust weiterer Betriebe werden in den nächsten Jahren 25 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in Ebensee frei. Derzeit wird ein Großteil der Flächen aufgelassener Höfe von umliegenden Bäuerinnen und Bauern mitbewirtschaftet. Nicht selten kommt es auch zur Umwidmung der landwirtschaftlichen Flächen zu Bauland – die Siedlungsdichte ist in den letzten 20 Jahren enorm gestiegen. Einige Hektar verfallen der Nutzungsaufgabe und verwalden, dies betrifft vor allem die Almen. Mit dem Verlust der offenen Flächen geht für jeden Einwohner von Ebensee wertvoller Lebensraum und Lebensqualität verloren. Das einzigartige Produkt „Kulturlandschaft“, von Bauernhand gepflegt, steht dann auch nicht mehr dem Tourismus und nachfolgenden Generationen zur Verfügung. Um den rasanten Bauernsterben im Salzkammergut entgegenzuwirken, werden in dieser Masterarbeit alternative Bewirtschaftungsmöglichkeiten aufgezeigt. Im Zuge eines „Modernen Landmanagements“ sollen Betriebskooperationen formiert und die klein-strukturierten Nebenerwerbsbetriebe entlastet werden. Erst wenn die Bäuerinnen und Bauern die vielfältigen Chancen der Landwirtschaft erkennen und nutzen, wird die junge Nachfolgegeneration auch wieder eine Zukunft in der Landwirtschaft sehen und den elterlichen Betrieb weiterführen.

Beurteilende(r):

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