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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Michael Lehrner (2013): Erhaltung der Agrobiodiversität. Aktuelle rechtliche Situation und agrarumweltpolitische Strategien.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Rechtswissenschaften, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 137. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Agrobiodiversität umfasst die gesamte biologische Vielfalt, die für die Funktionsfähigkeit der Lebensmittelproduktion von Bedeutung ist. Hierzu zählt zum einen die gesamte genetische Diversität der Nutzpflanzen und Nutztiere. Zum anderen sind damit jene Elemente der so genannten assoziierten Biodiversität untrennbar verbunden, welche durch ihre Ökosystemleistungen die Bestäubung, den Nährstoffkreislauf, die Krankheits- und Schädlingsregulierung und den Erosionsschutz innerhalb der Agrarökosysteme sicherstellen. Bedeutung besitzt die Agrobiodiversität vor allem in der Anpassung an den Klimawandel, der Gewährleistung der Ernährungssicherheit und der Erhaltung von Kultur und Tradition. Jedoch ist seit dem Einzug der industrialisierten Landwirtschaft ein Schwinden der Sorten- und Artenvielfalt in der Agrarwirtschaft zu beobachten. Eine Ursache für diese Entwicklung liegt in den auf Hochleistungssorten spezialisierten, intensiven agrarischen Produktionssystemen, die von wenigen Saatgutunternehmen mit großer Marktkonzentration beliefert werden. Der immense Lebensmittelbedarf der steigenden Weltbevölkerung sowie die Übernutzung der Böden tragen ebenfalls zum Verlust der genetischen Vielfalt bei. Die Agrobiodiversität wird maßgeblich durch die gesetzlichen und politischen Rahmenbedingungen beeinflusst. Mittels umfangreicher Literaturrecherche wird in dieser Masterarbeit der Einfluss dieser staatlichen und supranationalen Reglementierungen auf die Agrobiodiversität aufgezeigt. Aufgrund des erhöhten Bewusstseins über die Bedeutung der landwirtschaftlichen Vielfalt wurden auf der politischen Ebene Konventionen und Strategien mit der Zielsetzung der Umkehr des Artenschwunds verabschiedet. In dieser Master-Thesis wird auf der Grundlage von bestehenden Biodiversitätsstrategien der Europäischen Union und Österreichs diskutiert, wie eine „optimale Agrarumweltpolitik“ in Hinblick auf das Ziel der Erhaltung der Agrobiodiversität gestaltet werden könnte.

Beurteilende(r): Groiss Ruth Elvira

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