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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Angelika Schoder (2013): HYDROPOWER DEVELOPMENTS IN AUSTRIA: INTERACTION WITH SEDIMENT REGIME AND RIVER MORPHOLOGY.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Wasserwirtschaft, Hydrologie und konstruktiver Wasserbau (IWHW), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 161. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Die Wasserkraft als wichtiges Standbein der österreichischen Stromversorgung befindet sich im Spannungsfeld zwischen Klima- und Gewässerschutz. Ein weiterer Ausbau der Wasserkraft erscheint im Zusammenhang mit der Förderung erneuerbarer Energie als notwendig, jedoch gibt es nur noch wenige unberührte Flussabschnitte, insbesondere hinsichtlich der hydromorphologischen Bedingungen. Das Ziel der Arbeit ist es, zur Klärung der Diskussion beizutragen, indem (i) die Wechselwirkungen zwischen Wasserkraft und Feststoffhaushalt bzw. Flussmorphologie untersucht werden, (ii) der Erfüllungsgrad von Ausbauzielen festgestellt wird, und (iii) neue Kraftwerksprojekte hinsichtlich ihrer Wechselwirkungen mit Feststoffhaushalt und Flussmorphologie betrachtet werden. Das erste Ziel basiert auf einer umfangreichen Literaturrecherche, während die anderen beiden Ziele mittels Erfassung und Analyse von Sekundärdaten erreicht werden. Die wichtigsten Herausforderungen betreffend Wasserkraft und Feststoffhaushalt bzw. Flussmorphologie sind Speicherverlandung im Oberwasser und Flussbetteintiefung (sowie weitere morphologische Veränderungen) im Unterwasser eines Kraftwerks. Werden ausschließlich offizielle Informationen der Elektrizitätswirtschaft herangezogen, zeigen die Ergebnisse, dass Wasserkraftausbauziele (3,5 TWh bis 2015 und 7,0 TWh bis 2020) voraussichtlich nicht erreicht werden. Dennoch könnte eine starke Wechselwirkung neuer Kraftwerke mit dem Feststoffhaushalt und der Flussmorphologie stattfinden, beispielsweise aufgrund der Verlandungsproblematik, die im Zuge des Klimawandels noch verschärft werden könnte. Die Empfehlung lautet dahingehend, dass Forschungsprojekte in diesem Bereich intensiviert werden, und dass der weitere Wasserkraftausbau nur im Rahmen einer ganzheitlichen Strategie und unter Berücksichtigung des Feststoffhaushaltes und der Flussmorphologie erfolgen sollte.

Beurteilende(r): Habersack Helmut
1.Mitwirkender: Wagner Beatrice

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