BOKU - Universität für Bodenkultur Wien - Forschungsinformationssystem

Logo BOKU-Forschungsportal

Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Sophie Klarissa Gangl (2014): Autochthony in the Early Medieval settlement of Thunau/Kamp? A question explored by 87Sr/86Sr isotope ratios using MC ICP-MS.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Abteilung für Analytische Chemie (DCH/AC), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 200. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Die Bestimmung von Strontium-Isotopenverhältnissen wird häufig zur Aufklärung von Fragen zu Migrationsmustern von Menschen und Tieren angewendet. In Abhängigkeit des Alters und des Rb-Gehaltes des geologischen Untergrunds sind 87Sr/86Sr-Verhältnisse in der Natur sehr divers und somit charakteristisch für eine spezifische Region. Strontium wird von Menschen und Tieren hauptsächlich über die Nahrung aufgenommen und, da Sr ähnliche chemische Eigenschaften wie Calcium aufweist, vorwiegend in Zähnen und Knochen gespeichert. Zahnschmelz wird in der frühen Kindheit gebildet und unterliegt keinen signifikanten metabolischen Veränderungen im späteren Leben. Deshalb stimmt das 87Sr/86Sr-Verhältnis des darin enthaltenen Sr mit dem Isotopenmuster der Umgebung überein, in der ein Individuum seine ersten Jahre verbrachte (vorausgesetzt, die Nahrung stammte aus dieser näheren Umgebung). Thema dieser Studie war die frühmittelalterliche (9. bis 10. Jhd. n. Chr.) Siedlung in Thunau am Kamp. Um die lokale, biologisch verfügbare Sr-Isotopensignatur von dem Gebiet der Siedlung in Thunau festzustellen, wurden zwei verschiedene Methoden herangezogen: Im ersten Ansatz wurden Umweltproben, nämlich Boden, Gestein, Wasser und Pflanzen, direkt an der Ausgrabungsstätte und in der näheren Umgebung genommen. Zusätzlich war außerdem eine Abschätzung der lokalen Strontiumisotopie über die Strontiumquellen in der Ernährung der Population von Thunau am Kamp von einer früheren Studie vorhanden. Beide Methoden wurden verwendet um das lokale Sr-Signal zu definieren, womit die Isotopenkompositionen der historischen Zähne (Zahnschmelz und -bein) verglichen wurden. Basierend auf diesem Vergleich, scheint die Mehrheit der Population (91 %, n = 32) allochthon gewesen zu sein, ähnlich der Bevölkerung der Befestigungsanlage, die sich auf einem Hügel ganz in der Nähe befindet. Dieses Ergebnis ist plausibel, angesichts der Funktion von Thunau/Kamp als Zentralort an einer Handelsroute.

Beurteilende(r): Prohaska Thomas
1.Mitwirkender: Irrgeher Johanna

© BOKU Wien Impressum