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Gewählte Dissertation:

Hubert Hettegger (2015): MODIFIZIERUNG VON BIOPOLYMEREN ZUR VERBESSERUNG DER WUNDHEILUNG.
Dissertation - Abteilung für Chemie nachwachsender Rohstoffe, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 228. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit einer neuartigen zweistufigen Modifizierung verschiedener Cellulosesubstrate für Wundauflagen - mit dem Ziel der Verbesserung der Wundheilung durch Licht-aktivierte Zerstörung von Bakterien und Geruchsstoffen, welche vor allem bei schwerheilenden, chronischen Wunden auftreten. Die Wirkweise dieser Methode beruht auf Singulett-Sauerstoff (1O2). Cellulose als erneuerbares und nachhaltiges Ausgangsmaterial wurde hierzu mittels Silanisierung unter der Verwendung von (3-Azidopropyl)triethoxysilan vormodifiziert. Die hierbei erhaltenen Materialien wurden umfassend in Bezug auf ihre physikalisch-chemischen Eigenschaften charakterisiert. In einem zweiten Schritt wurde die oben beschriebene Azido-Funktionalisierung hinsichtlich einer möglichen industriellen Anwendung optimiert. Die Azido-funktionalisierten Materialien wurden mit verschiedenen alkinylierten Xanthen-Derivaten über so genannte Cu(I) katalysierte Huisgen-Azid-Alkin Cycloaddition derivatisiert, wobei photoaktive Cellulosematerialien erhalten wurden. Die Xanthenfarbstoffe wurden hinsichtlich ihrer 1O2-Produktion direkt mittels Laserblitzphotolyse sowie in einem indirekten Ansatz unter Verwendung eines selektiven 1O2-Quenchers charakterisiert. Materialien, welche mit potentiell aktiven Molekülen derivatisiert worden waren, wurden schließlich photoantimikrobiellen Tests unterzogen. Eine photoantibakterielle Aktivität gegenüber den gram-positiven Bakterien Staphylococcus aureus und Bacillus subtilis wurde bei Bengalrosa-modifizierter Cellulose beobachtet. Im Allgemeinen stellt das hier diskutierte Protokoll zur Modifizierung von nativer, nicht getrockneter Cellulose durch Silanisierung einen sehr vielseitigen Weg zu funktionalisierten Materialien ausgehend von Cellulose als erneuerbarem und nachhaltigem Rohstoff dar. Die anschließende Derivatisierung kann – ausgehend von Azido-funktionalisierter Cellulose – somit in einem Baukastenprinzip durchgeführt werden.

Betreuer: Rosenau Thomas
1. Berater: Potthast Antje
2. Berater: Böhmdorfer Stefan

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