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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Jasmin Grilnberger (2014): Die ästhetische Wirkung naturnaher Staudenpflanzungen mit Aussaat und deren Entwicklung im ersten Bestandsjahr.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Abteilung Pflanzenbau, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 159. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Klassische Stauden- und Sommerblumenpflanzungen werden im öffentlichen Grün zunehmend von naturnahen, ökologisch wertvollen und pflegeextensiven Pflanzkonzepten abgelöst. Das erspart den Gemeinden Kosten und entspricht den Anforderungen einer nachhaltigen Gestaltung. Die Akzeptanz solcher wiesenartigen Pflanzungen fällt bei der Bevölkerung unterschiedlich aus und auch bei Laien und Experten differiert die ästhetische Wahrnehmung. Welche Faktoren die ästhetische Bewertung naturnaher Staudenflächen beeinflussen und welche Empfehlungen zur Erhöhung der Attraktivität und Akzeptanz abgeleitet werden können, ist das zentrale Forschungsthema der vorliegenden Arbeit. Die Bearbeitung basiert auf einer umfassenden Literaturrecherche, die die Beziehung des Menschen zur Natur und zur Ästhetik behandelt sowie auf einer Meinungsumfrage zur ästhetischen Wirkung und Akzeptanz von vier naturnahen Flächen. Dafür wurden Laien und Experten zu sechs verschiedenen Zeitpunkten der Vegetationsperiode befragt. Es wurde festgestellt, dass für beide Gruppen der Blühaspekt das wichtigste Kriterium für die positive Bewertung einer naturnahen Fläche war. Mit dem Nachlassen der Blütendichte spielte für die Laien die Strukturierung der Fläche zunehmend eine Rolle, wobei die Experten diesen Faktor insgesamt stärker wahrnahmen als die Laien. Die generelle Akzeptanz von naturnahen Grünflächen war hoch, wobei sie nach der Aufklärung über den mehrjährigen Entwicklungszyklus und den ökologischen Nutzen deutlich höher war. Allerdings beurteilten im Schnitt verhältnismäßig wenige Personen die noch jungen Versuchsflächen (erstes Vegetationsjahr) ästhetisch ansprechend. Beruhend auf den Ergebnissen der vorliegenden Untersuchung werden daher hinsichtlich des Einsatzes naturnaher Grünflächen im öffentlichem Grün insbesondere eine Verlängerung und Verstärkung des Blühaspektes, die Schaffung klarer Strukturen außerhalb der Hauptblütezeiten und die Aufklärung und Information in der Bevölkerung empfohlen. Denn letztlich liegt es an den Gemeinden und Planern, naturnahe Flächen im öffentlichen Grün so zu gestalten und zu vermarkten, dass sie auch auf Dauer die nötige Akzeptanz in der Bevölkerung erhalten.

Beurteilende(r): Kaul Hans-Peter
1.Mitwirkender: Plenk Sabine

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