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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Elisabeth Feldbacher (2014): Unangenehme Situationen im Zuge der Alltagsmobilität von Frauen und ihre Auswirkungen.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Verkehrswesen (IVe), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 91. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit unangenehmen Situationen, die Frauen im Zuge ihrer Alltagsmobilität erfahren. Studien zum subjektiven Sicherheitsempfinden zeigen, dass sich viele Frauen fürchten, wenn sie gewisse Routen nehmen oder wenn sie speziell abends oder nachts unterwegs sind. Kriminalstatistiken belegen jedoch, dass die Sicherheit in Österreich sehr hoch ist. Viele Belästigungen in Verkehrsmitteln oder im öffentlichen Raum werden von Betroffenen aber nicht angezeigt, da es sich oft um nicht strafbare Taten handelt. Ziel der Arbeit ist es deshalb, abzuschätzen, wie viele Frauen in Österreich tatsächlich mit unangenehmen Situationen in der Mobilität konfrontiert sind und wie sich dies auf das Mobilitätsverhalten der Betroffenen auswirkt. Um dies herauszufinden, wurde eine Telefonbefragung mit 402 Frauen über 18 Jahren aus ganz Österreich durchgeführt. Die Auswahl der Personen erfolgte mittels Random Digit Dialing. Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass ein Drittel der befragten Frauen bereits mindestens eine unangenehme Situation in ihrer Alltagsmobilität erlebt hat. Unangenehme Situationen bezeichnen in dieser Masterarbeit sowohl Übergriffe, als auch Belästigungen oder Situationen, in denen sich Frauen durch Verhalten anderer Personen bedroht fühlten. Es hat sich weiters herausgestellt, dass das Erleben unangenehmer Situationen Auswirkungen auf das Mobilitätsverhalten der Frauen hat, da Betroffene öfter Routen und Ziele sowie Verkehrsmittel in ihrer Alltagsmobilität meiden. Des Weiteren „bewaffnen“ sich Betroffene öfter als Nicht-Betroffene mit Pfeffersprays, etc. und setzen auch mehr „sonstige Maßnahmen“, z.B. durch präventives Belegen von Selbstverteidigungskursen, etc. Auch die Mehrheit der nicht-betroffenen Frauen ergreift unterschiedliche Maßnahmen im Zuge ihrer Mobilität, um unangenehmen Situationen vorzubeugen. Dies deutet darauf hin, dass bereits die Angst vor Belästigungen Einfluss auf das Mobilitätsverhalten haben kann.

Beurteilende(r): Meschik Michael
1.Mitwirkender: Stark Juliane

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