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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Sonja Ebner (2014): Analyse von Arbeitsunfällen mit Trennschleifmaschinen.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Landtechnik, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 87. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Zu Häufigkeit und Unfallursachen von Arbeitsunfällen mit Trennschleifmaschinen gibt es nur lückenhafte Informationen. Die vorliegende Arbeit hatte zum Ziel, Unfallursachen und -hergänge zu analysieren und Präventionsmaßnahmen abzuleiten. Es wurden 96 Unfallberichte, welche die Sozialversicherungsanstalt der Bauern (SVB) zur Verfügung stellte, analysiert und ausgewertet. Es wurden zusätzlich Nutzer- und Herstellerbefragungen durchgeführt und Gebraucht- und Neumaschinen gemäß geltenden Vorschriften evaluiert. Die ausgewählten Unfallszenarien der 11 Nutzerbefragungen waren Unfälle durch Metallsplitter, Abrutschen mit der Maschine und Verklemmen der Trennscheibe. Anhand der eruierten Ergebnisse wurden Verbesserungs- und Präventionsvorschläge für Trennschleifmaschinen abgeleitet. Die meisten Unfälle ereigneten sich in Hofgebäuden, gefolgt vom äußeren Hofbereich. Tätigkeiten, die während dem Verunfallen durchgeführt wurden, waren mehrheitlich Reparatur-, Schleif- und Schneidarbeiten. Die eruierten Unfallhergänge waren das Erfasstwerden von der Maschine, das Erfasstwerden von einem Gegenstand und der Zusammenstoß mit der Maschine. Zu den Hauptunfallursachen zählten überwiegend menschen- und betriebsmittelbezogene und geringfügig maschinenbezogene. Als häufigste direkte Ursachen wurden der Abrieb von Metallsplittern, gefolgt vom Abrutschen mit der Maschine und das Verklemmen der Trennscheibe eruiert. Die Wunden galten als häufigste Verletzungsart, betroffen waren vor allem die oberen Extremitäten. Den höchsten Anteil machten Mehrfachverletzungen, gefolgt von Augenverletzungen aus. Die Defizite in der Arbeitssicherheit beim Verunfallen umfassten überwiegend unsachgemäße Arbeitsweise, -technik und -kleidung und das Nichttragen von persönlicher Schutzausrüstung. Sowohl bei den Gebrauchtmaschinen als auch bei den Neumaschinen wurden sicherheitstechnische Defizite festgestellt. Die Verbesserung der Sicherheitseinrichtungen und deren lückenlose Implementierung (vor allem Wiederanlaufschutz, dauerhaft zu haltender Schalter) liegt sowohl im Interesse der Anwender als auch der Hersteller. Diese Maßnahmen sind meist mit Kosten verbunden, die hemmend auf die Implementierung bei den Herstellern wirken.

Beurteilende(r): Quendler Elisabeth
1.Mitwirkender: Kogler Robert

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