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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Evi Deltedesco (2015): Effect of quicklime and limestone on microbial activity in agricultural soils.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Bodenforschung (IBF), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 63. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Hohe mechanische Belastung auf landwirtschaftlich genutzten Flächen kann sich negativ auf die Bodenstruktur auswirken. Eine Möglichkeit zur Stabilisierung der Bodenstruktur ist der Zusatz von mehrwertigen Ionen wie Ca2+, die beispielsweise in Form von Branntkalk und Kalksteinmehl zugesetzt werden können. Allerdings kann die Branntkalk-Zugabe zu einem stark alkalischen pH-Wert im Boden führen, was die Bodenmikrobiologie beeinträchtigen könnte. Es wurde ein Glashausversuch angesetzt um die Wirkung von Branntkalk und Kalksteinmehl auf mikrobielle Parameter zu untersuchen. An drei Standorten in Österreich wurden schluffig-tonige Böden beprobt und nach Zugabe von Branntkalk bzw. Kalksteinmehl für drei Monate inkubiert (Applikationsrate: 2000 kg ha-1). Die Beprobung für die mikrobiologischen Bestimmungen erfolgte zwei, 30 und 86 Tage nach der Applikation, um die Parameter im Zeitverlauf zu untersuchen. Der pH-Wert, extrazelluläre hydrolytische und oxidative Enzymaktivitäten, Phospholipid-Fettsäuren (PLFAs), mikrobieller Biomasse-Kohlenstoff und -Stickstoff, gelöster organischer Kohlenstoff (DOC) sowie Nitrat und Ammonium wurden gemessen. Die Applikation von Branntkalk bewirkte anfänglich deutlich erhöhte pH- und DOC- Werte, welche sich im Laufe des Versuchs aber wieder reduzierten. Die mikrobielle Biomasse nahm unmittelbar nach der CaO-Applikation ab, erhöhte sich aber leicht am Ende des Versuches. Hinsichtlich der Enzymaktivitäten hatte die Applikation von Branntkalk eine Inhibierung der hydrolytischen Enzyme zufolge, während die oxidativen Enzyme verstärkt produziert wurden. Diese Effekte waren allerdings nach knapp 3 Monaten nicht mehr ausgeprägt. Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse, dass die Anwendung von Branntkalk nur kurzfristige Auswirkungen auf die meisten mikrobiellen Parametern hatte.

Beurteilende(r): Zehetner Franz
1.Mitwirkender: Keiblinger Katharina

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