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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Agnes Steyrer (2014): Genetische Diversität als Basis für den Artenschutz am Beispiel der Krebsschere (Stratiotes aloides L.) mit Schwerpunkt auf Wien und Niederösterreich.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Botanik (Botany), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 76. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Die Krebsschere (Stratiotes aloides L.) ist eine in Österreich heimische Wasserpflanze, deren natürliche Bestände innerhalb ihres Verbreitungsgebietes in Europa stark zurückgegangen sind. In Österreich weist die Art nur noch wenige autochthone Vorkommen auf. Die Krebsschere steht auf der Liste vom Aussterben bedrohter Pflanzenarten und ist daher streng geschützt. Mit Hilfe von genetischen Fingerprints (AFLPs) werden im Rahmen dieser Arbeit die genetische Diversität der und eine Differenzierung zwischen den Populationen in Wien (2 Pop.) und Niederösterreich (3 Pop.) ermittelt. Darüber hinaus werden die genetische Diversität und Differenzierung der Art auf einer größeren geografischen Skala untersucht. Hierfür wurden die österreichischen Populationen sowie vier Populationen aus Deutschland und ein Bestand aus den Niederlanden analysiert. Die verwendeten Primerkombinationen lieferten insgesamt 820 Fragmente, welche für die anschließende Berechnung der molekularen Diversität und Populationsdifferenzierung berücksichtigt wurden (PCoA, AMOVA, Re-Allocation, Neighbour-Joining). Für Österreich zeigen die Ergebnisse von PCoA und Neighbour-Joining keine klare Trennung zwischen den Beständen. Anhand der gewonnenen Daten und im Vergleich mit einer ex-situ Schutzsammlung können die untersuchten Populationen aus Österreich als autochthon angesehen werden. Entgegen unserer Erwartung zeigte eine AMOVA, dass die Variation zwischen den Populationen geringer ist als innerhalb der Populationen. Basierend auf den Untersuchungen scheint die genetische Diversität innerhalb der österreichischen Populationen größer zu sein, als bisher angenommen. Der Vergleich zwischen den Beständen der drei Länder lässt eine deutliche Trennung in die Flusssysteme Rhein/Eider und Donau erkennen. Dies sind wichtige Informationen für weitere Schutzmaßnahmen, um ein effizientes Konzept zum in-situ Schutz sowie zur Förderung der Art im Gebiet der Donauauen in Niederösterreich und der Lobau aufzubauen.

Beurteilende(r): Bernhardt Karl Georg

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