BOKU - Universität für Bodenkultur Wien - Forschungsinformationssystem

Logo BOKU-Forschungsportal

Gewählte Dissertation:

Nora Odabas (2016): CHEMICAL MODIFICATION AND UTILIZATION OF PAPER GRADE PULP AND FRACTIONS THEREOF Chemische Modifizierung und Nutzung von Zellstoff in Papierqualität und Fraktionen daraus.
Dissertation - Abteilung für Chemie nachwachsender Rohstoffe, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 164. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Cellulosebasierte Fasern sind Ausgangsmaterial für viele alte und neue Produkte, von Schreibpapier bis hin zu Solarzellen. Neue Prozesse und Produkte sowie Verbesserung von bestehenden sind gefragt. Die wichtigste Quelle für Cellulose ist Holz. Mit mechanischen und chemischen Prozessen wird Holz aufgeschlossen zu Holzstoff bzw. Zellstoff. Diese Stoffe bestehen aus Fasern und kleineren Partikeln („Feinstoff“). Das zentrale Thema dieser Arbeit ist eine hochwertigere Nutzung solcher Stoffe und ihrer Fraktionen. Die Arbeit enthält eine Übersicht bisheriger Forschungsarbeiten zur Charakterisierung und Nutzung von zellulosehältigem Feinstoff. Die gezielte Nutzung von Feinstoff ist eine potentielle Kontrollvariable, um in der Papierherstellung gewünschte Eigenschaften zu erreichen. Alternative Anwendungen für modifizierten Feinstoff wurden studiert. Wechselwirkungen von Fasern und Feinstoff mit anderen Bestandteilen bei der Papierherstellung oder in Verbundwerkstoffen hängen mit ihrer Form, Größe und Oberflächenbeschaffenheit zusammen. Fasern und Feinstoff sind ursprünglich negativ geladen, was durch chemische Modifikation für verschiedene Zwecke verändert werden kann. Diese „Kationsierung“ ist üblicherweise eine Veretherung, etwa mit dem auch in dieser Arbeit verwendeten (2,3 Epoxypropyl)trimethylammoniumchlorid. In dieser Arbeit wurde Zellstoff in wässrigen Systemen kationisiert. Der Einfluss verschiedener polarer organischer Lösungsmittel auf Reaktionseffizienz und Zellstoffeigenschaften wurde untersucht. Durch teilweises Ersetzen von Wasser mit Tetrahydrofuran konnte eine höhere Konzentration an Reagens simuliert werden, ohne wesentlichen Einfluss auf Eigenschaften wie supramolekulare Ordnung („Kristallinität“) und Molmassenvereilung zu nehmen. Der Substitutionsgrad wurde mit klassischen Methoden wie Titration bestimmt. Zu deren Ergänzung wurden schnelle, robuste Methoden entwickelt, die auf Infrarotspektroskopie und thermogravimetrischer Analyse basieren.

Betreuer: Henniges Ute
1. Berater: Rosenau Thomas
2. Berater: Potthast Antje

© BOKU Wien Impressum