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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Beate Kraml (2016): Analysis of the initial vegetation development on sown sites after landslides in the valley Schwarzenseebach, Nature Park Sölktäler (Styria, Austria).
Diplomarbeit / Masterarbeit - Abteilung Pflanzenbau, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 72. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Durch den Klimawandel nehmen Murenabgänge nach Starkregenfällen vor allem im Alpenraum zu. Auf den danach von Erosion und Sedimentation betroffenen Flächen ist eine rasche Rekultivierung notwendig, insbesondere wenn sie landwirtschaftlich und touristisch genutzt werden. In der vorliegenden Arbeit wurde die Vegetation zwei Jahre nach der Ansaat auf wiederbegrünten Flächen im Schwarzenseebachtal (Naturpark Sölktäler, Steiermark) analysiert. Dabei wurden auf 52 Parzellen (4x4m) die Parameter totaler Vegetationsdeckungsgrad sowie Gras-, Leguminosen-, Kräuter-, Moos- und Strohdeckungsgrad untersucht. Weiters wurden die Maßnahmen „Applikation von Stroh“ und „keine Stroh-Applikation“ unterschieden. Alle vorkommenden Pflanzenarten in den Versuchsflächen wurden bestimmt und ihre Abundanz mittels einer modifizierten Braun-Blanquet Skala geschätzt. Ziel war es, alle Rekultivierungs-Maßnahmen zu evaluieren und zu zeigen, wie die unterschiedlichen Substrate das Pflanzenwachstum und die Vegetationsentwicklung beeinflussten. Die Ergebnisse zeigen, dass das Pflanzenwachstum aufgrund des vorhandenen Rohbodens und des geringen Humusgehaltes gehemmt war. Daraus ergab sich nur eine geringe Vegetationsdeckung von durchschnittlich 49%. Die Flächen mit einer Strohdecke wiesen eine signifikant niedrigere Vegetationsdeckung als jene ohne Strohdecke auf. Aufgrund der geringen Nährstoffversorgung im Boden (insbesondere Stickstoffmangel) konnte durch die Kalkung keine Verbesserung der Vegetationsentwicklung erreicht werden. Die Arbeit zeigt die Notwendigkeit einer unmittelbaren Wiederbegrünungs-Maßnahme nach Murenabgängen und dass vor allem das Ausbringen von Stroh sich ungünstig auf die Vegetationsentwicklung auf Rohböden auswirkt. Entscheidend ist der Aufbau von Humus. Eine Düngung der Weiden wird durch das Natura 2000 Programm nicht erlaubt. Dies wäre aber für eine rasche und optimale Vegetationsentwicklung günstig. Auch die Artenzusammensetzung im Saatgut muss dem Standort entsprechen.

Beurteilende(r): Liebhard Peter
1.Mitwirkender:

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