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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Markus Zöchling (2016): Auslöseprozesse von Nassschneelawinen.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Alpine Naturgefahren (IAN), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 162. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Nassschneelawinen stellen in vielen Regionen der Alpen ein großes Problem für Menschen, Gebäude und Infrastruktureinrichtungen dar. Sie sind im Vergleich zu trockenen Lawinen wenig erforscht. Eines der Hauptprobleme stellt die Prognose des Zeitpunkts eines Lawinenabganges dar. Infiltriert Wasser eine Schneedecke, kann sich die Stabilität innerhalb kürzester Zeit ändern. Dabei ist es von großer Bedeutung, auf welche Schichten das Wasser trifft. Diese Arbeit beschäftigt sich sowohl mit der Art der Wasserbewegung in einer Schneedecke als auch mit der damit verbundenen Veränderung der Stabilität. Mittels Färbversuchen wird untersucht, welche Sickermuster das Wasser in Schneedecken mit unterschiedlichen Stratigraphien und Feuchtegehalten ausbildet. Dabei zeigt sich, dass nur bei reifen Schneedecken, welche lediglich aus Schmelzformen bestehen, ein eindeutig flächiger, matrixartiger Sickervorgang vorzufinden ist. Ansonsten findet der Sickervorgang in Form von präferenziellen Fließkanälen statt. Weiters wird die Stabilität im Zusammenhang mit kapillaren Barrieren untersucht. Es zeigt sich, dass zumeist die grobkörnige untenliegende Schicht, die wesentlich geringere Wassergehalte aufweist als die darüber liegende feinkörnige Schicht, versagt. Überdies wird die Veränderung der Stabilität bei beginnender Befeuchtung von Schichten bestehend aus kantigen Kristallen und eingeschneitem Oberflächenreif untersucht. Zudem wird in Bezug auf die Entstehung von „kalten Gleitschneelawinen“ untersucht, ob die Kornform der basalen Schicht der Schneedecke Einfluss darauf hat, ob kapillarer Aufstieg von Wasser in diese Schneeschicht stattfinden kann oder nicht. Dabei zeigt sich, dass kapillarer Aufstieg in Schnee mit der Kornform kleine Runde möglich ist und Wasser innerhalb weniger Sekunden mehrere Zentimeter weit aufgesogen werden kann. In Schichten bestehend aus kantigen Kornformen oder Tiefenreif wird hingegen kein Wasseraufstieg beobachtet.

Beurteilende(r): Hübl Johannes
1.Mitwirkender: Wiesinger Thomas

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