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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Nikolaus Wieser (2015): Physikalische Modellierung zur Optimierung von flexiblen Murbarrieren am Beispiel Trattenbach.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Alpine Naturgefahren (IAN), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 110. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Zum Schutz der Strecke Salzburg-Wörgl der österreichischen Bundesbahnen im Bereich des Trattenbachs in der Gemeinde Taxenbach wurde ein neues Verbauungskonzept entwickelt. Dieses Konzept beinhaltet ein Bauwerk gegen Murprozesse und ein Sortierwerk für den Rückhalt von fluviatilen Feststofftransporten. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Optimierung des Murbauwerks. Durch die schlechte Erreichbarkeit des Retentionsraumes wurde ein neuer Bautyp für diese Gegebenheiten entwickelt. Für eine Prüfung bzw. Optimierung des Bauwerkstyps wurde im Labor des Instituts für Alpine Naturgefahren ein maßstabgetreues Modell des Gerinnelaufs im Maßstab 1:30 erstellt. Um eine Räumbarkeit des Retentionsraumes von der Luftseite der Sperre her garantieren zu können, wurde ein kronenoffenes Bauwerk mit einer Schlitzbreite von 4m als Grundsubstanz verwendet. Die Durchgängigkeit des Schlitzes wurde mit einem Murnetz verringert. Im Laufe der Laborversuche wurden 21 Versuche durchgeführt. Hierbei wurden auftretende Kräfte, Flächendrücke und Ankerkräfte in den Tragseilen gemessen. Die gemessenen Flächendrücke konnten mit den errechneten Drücken laut ONR 24801 (2013) mit einer mittleren Abweichung von 9,5% verifiziert werden. Weiters wurde ein Prototyp der tatsächlichen Sperre durch die Mureinwirkung beaufschlagt. Hier wurden die Ankerkräfte der Tragseile beobachtet. Wegen der hohen Steifigkeit des Systems bzw. der straffen Vorspannung konnte sich das Tragseil nicht wie in der Realität auslenken. Daher wurden im Laufe der Versuche sehr hohe Ankerkräfte gemessen. Jedoch konnte wiederum ein Vergleich der Einwirkung mit der gängigen Norm mit einer mittleren Abweichung von 10,5% hergestellt werden. Für die Optimierung der basalen Durchflussöffnung wurden drei verschiedene Öffnungshöhen untersucht. Durch Änderungen dieser konnte eine Bedingung für die Trennung von verschiedenen Bauwerksfunktionen ermittelt werden. Bei einer Höhe über 1,8*d90 konnte von einer Dosierungswirkung des Bauwerkes ausgegangen werden. War jedoch die Höhe kleiner, so kam es zu einer Retention des Murganges. Generell konnte der Prozess Murgang und die Einwirkung auf das Bauwerk mithilfe des Modelles gut nachgebildet werden.

Beurteilende(r): Hübl Johannes
1.Mitwirkender: Chiari Michael

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