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Gewählte Dissertation:

Monika Sturm (2017): Reference materials for age dating in nuclear forensics.
Dissertation - Abteilung für Analytische Chemie (DCH/AC), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 159. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Nuklearforensische Untersuchungen spielen in der Nuklearsicherheit eine wichtige Rolle. Die Resultate nuklearforensischer Untersuchungen müssen exakt und richtig sein. Daher sind zertifizierte Referenzmaterialien unabdingbar. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind keine Plutoniumreferenzmaterialien verfügbar, die für den Zeitpunkt der letzten chemischen Trennung der Mutter- von den Tochternukliden zertifiziert sind. Kenntnis über das Alter konfiszierten Nuklearmaterials kann erheblich dabei helfen, die Anzahl der möglichen Anlagen einzugrenzen in denen eine Plutoniumprobe hergestellt worden sein könnte. Die Beziehung der Ergebnisse der häufig angewandten Pu/U-Chronometer Pu-238/U-234, Pu-239/U-235 und Pu-240/U-236 zueinander und insbesondere mit dem oft vernachlässigtem Chronometer Pu-242/U-238 wurde untersucht und re-evaluiert. Es wurde gezeigt, dass die Beziehung der Pu/U-Chronometer untereinander nicht nur die Exaktheit der Altersbestimmung erhöht, sondern auch – im Fall von nicht übereinstimmenden Resultaten – dabei helfen kann, die Herkunft der untersuchten Proben zu enthüllen. Das Profil, das die Ergebnisse der Pu/U-Chronometer bilden, kann dabei helfen eine unvollständige chemische Trennung zum Produktionszeitpunkt oder eine Urankontamination zu entlarven. Weiters wurde eine chemische U/Pu-Trennungsmethode entwickelt sowie ein neuer Ansatz zur massenspektrometrischen Messung (Thermale Ionisationsmassenspektrometrie) von Uranisotopen mit Hilfe der Filamentkarbonisierung unter Anwendung der Doppelfilamenttechnik untersucht. Dieser Messansatz erlaubt die Messung des Uranisotopenverhältnisses in Uranproben, die Spuren von Plutonium enthalten. Die wissenschaftliche Arbeit wurde am Direktorat G in der Abteilung für Standards für nukleare Überwachung, Sicherheit und Brennstoffkreislauf der Gemeinsamen Forschungsstellen der Europäischen Kommission (EC-JRC-G.2) in Geel, Belgien in Kooperation mit dem VIRIS Labor der Universität für Bodenkultur Wien durchgeführt.

Betreuer: Prohaska Thomas
1. Berater: Stingeder Gerhard Josef

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