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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Sophie Anna Kratschmer (2015): SUMMEN AUF DEN DÄCHERN WIENS Wildbienen (Apidae) auf begrünten Dachflächen und Möglichkeiten ihrer Förderung.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Integrative Naturschutzforschung, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 111. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Dachbegrünungen sind ein Ausgleich zu versiegelten Flächen und können auch als Habitat (-vernetzung) für Pflanzen und Tiere dienen. Über Wildbienen auf begrünten Dächern ist bisher jedoch wenig bekannt. Ziel war es, die Wildbienenfauna auf Dachbegrünungen in Wien zu erfassen. Die Fragen, welche Rolle dabei das Blütenangebot, das Substrat und die Umgebung spielen und welche ökologischen Gruppen und Verbreitungstypen für Dachflächen charakteristisch sind, standen dabei im Vordergrund. In der Vegetationsperiode 2014 wurden die Wildbienen auf neun Versuchsdächern je siebenmal in einem vierwöchigen Rhythmus mittels semiquantitativer Transektmethode erhoben. Weiters wurden die Anzahl blühender Pflanzenarten, das Blütenangebot und potenzielle Nistplätze dokumentiert. Zusammenhänge zwischen begrünten, nicht versiegelten und versiegelten Flächen in Radien von 500 m und 1.000 m um die Dächer wurden mit einer GIS Analyse aufgezeigt. Auf den Dächern wurden insgesamt 91 Bienenarten (997 Individuen) festgestellt, darunter seltene Arten wie Heriades rubicola oder Hylaeus imparilis. Charakteristisch waren polylektische (89%) und hypergäische (60%) Arten. Die Arten- und Individuenzahlen variierten zum Teil stark, was sich durch das differierende Blütenangebot der Dächer erklären lässt, wobei ein hohes Blütenangebot die Arten- und Individuenzahlen erhöhte. Pflanzenfamilien wie Ranunculaceae, Campanulaceae, Asteraceae oder Fabaceae förderten oligolektische Arten. War das Blütenangebot durch Trockenheit reduziert, spielten Teilbereiche mit Sedum eine große Rolle als Nahrung. Terricole Arten (40%) wurden häufiger auf Dächern mit tiefem (>20 cm), erdigem Substrat beobachtet und zeichneten sich durch ihre kleine Körpergröße aus. Auf Dächern mit einem höheren Anteil versiegelter und begrünter Flächen in der Umgebung wurden tendenziell mehr Arten und Individuen beobachtet als auf Dächern mit hohen Anteilen nicht versiegelter Flächen.

Beurteilende(r): Kriechbaum Monika
1.Mitwirkender: Pachinger Baerbel

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