BOKU - Universität für Bodenkultur Wien - Forschungsinformationssystem

Logo BOKU-Forschungsportal

Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Georg Pardeller (2016): Copper in vineyard soils - Effects of compost and biochar additions on plant copper uptake and leachate concentrations.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Bodenforschung (IBF), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 85. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Die meisten kultivierten Rebsorten (Vitis vinifera) sind anfällig auf Krankheiten wie echten (Erysiphe necator) oder falschen Mehltau (Plasmopara viticola). 1878 wurden diese Krankheiten aus Nordamerika eingeschleppt und seitdem sind regelmäßige Pflanzenschutzapplikation (Bordeaux Brühe: CuSO4) notwendig, um den Ertrag zu sichern. Diese Behandlungen sind z.B. für eine Kupfer Akkumulation in den oberen Bodenschichten verantwortlich, welche negative bodenbiologische Auswirkungen nicht mehr ausschließen. Daher müssen Möglichkeiten geschaffen werden, um den Kupfergehalt zu verringern. Dies kann erreicht werden, indem die Bioverfügbarkeit des vorhandenen Kupfers reduziert wird und sich dadurch die Effekte auf das Bodenleben und Gründüngungspflanzen trotz gleicher Gesamtgehalte vermindern. Es wurde von zwei Standorten (St. Stefan/Steiermark, Rossatz/Wachau) Bodenmaterial für die Anlage eines Glashaus-Gefäßversuches mit 8 bzw. 10 Varianten in 4 Wiederholungen entnommen. Die Gefäße wurden als Bodensäulen mit eingebauten Saugplatten als Unterdruck-Sickerwassersammler installiert und mit je einer Rebe und einer Bodenbegrünungsmischung aus Hafer, Gelb-Klee und Platterbse bepflanzt. Die Additiv-Varianten unterschieden sich im Kompost-Pflanzenkohle-Mischungsverhältnis, in der Additionsrate und der chemischen Modifikation der Kohle. Es wurden zu vier Zeitpunkten Sickerwasserproben gesammelt (Analysen: Leitfähigkeit, pH, DOC, Cu) sowie Pflanzenmaterial von den Reben und der Begrünung, um Auswirkungen der Additive auf die Kupfer-Aufnahme durch die Pflanzen sowie der Kupfermobilität im Boden zu untersuchen. Die Ergebnisse zeigen, dass trotz der hohen Gesamtkupfergehalte in den Böden die Kupfer-Aufnahme der Pflanzen wenig beeinflusst wurde. Die Auswirkung der Additive zeigt auf das auswaschbare Kupfer keine Reduzierung. Wenn man jedoch das für die Bioverfügbarkeit wichtigere Cu2+ betrachtet, kann man eine signifikante Verringerung des Kupfers im Sickerwasser und somit auch im Boden, bei Varianten mit aktivierten Pflanzenkohlen erkennen. Diesen Effekt kann man jedoch nur bei dem leicht sauren Boden aus St. Stefan beobachten. Da diese Ergebnisse auf dem ersten Versuchsjahr eines dreijährigen Projekts beruhen, können noch keine endgültigen Empfehlungen für den Weinbau abgeleitet werden.

Beurteilende(r): Soja Gerhard
1.Mitwirkender: Zehetner Franz

© BOKU Wien Impressum