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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Julia Coll (2016): Rechtliche Rahmenbedingungen der Eingriffsregelungen für Kormoran (Phalacrocorax carbo), Graureiher (Ardea cinerea) und Gänsesäger (Mergus merganser) und deren Umsetzung in Österreich.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Integrative Naturschutzforschung, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 116. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Durch den Anstieg der Bestände fischfressender Vogelarten seit den 1970er Jahren kommt es europaweit zu Konflikten zwischen den Nutzergruppen von Gewässern. In Österreich werden Maßnahmen gegen Kormorane (Phalacrocorax carbo), Graureiher (Ardea cinerea) und Gänsesäger (Mergus merganser) ergriffen. Diese Maßnahmen beziehen sich auf Artikel 9 der Vogelrichtlinie 2009/147/EG, der den Mitgliedsstaaten der EU unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt, Ausnahmen von den Schutzbestimmungen der Vögel zu erlassen. Da in Österreich keine bundesweiten Naturschutz-, Jagd- oder Fischereigesetze in Kraft sind, erfolgt die rechtliche Umsetzung von Artikel 9 auf Bundesländerebene. Durch Gespräche mit den zuständigen Behörden und Analyse der betreffenden Gesetzestexte wird die gesetzliche und praktische Handhabung der Thematik auf internationaler (europäischer) und nationaler (österreichischer) Ebene dargestellt. Die Vorgehensweisen der Bundesländer werden einzeln vorgestellt und anschließend verglichen. Trotz der gleichen rechtlichen Grundlage fällt die praktische Umsetzung der Maßnahmen zur Vertreibung der Vogelarten in den Ländern unterschiedlich aus. In Oberösterreich und Kärnten werden Kormorane und Graureiher im Gegensatz zu den restlichen Bundesländern in verschiedenen Gesetzen behandelt. Bei den Entscheidungsträgern der Maßnahmen lässt sich ein Ost-West-Trend erkennen: Im Westen wird eher auf Bezirksebene, im Osten auf Länderebene entschieden. Die Umsetzung von Maßnahmen erfolgt mittels Bescheid, Verordnung oder direkter Gesetzgebung und wird in Österreich unterschiedlich angewandt. Auch die Vorgaben zur Limitierung von Abschusskontingenten, die Schusszeiten und die Vorgangsweisen bei der Erfassung von Bestandszahlen werden unterschiedlich gehandhabt. Grundsätzlich besteht ein beträchtliches Potenzial in der Förderung der Kommunikation und des Datenaustauschs zwischen den zuständigen Behörden und einer Veröffentlichung der gewonnenen Informationen.

Beurteilende(r): Kriechbaum Monika
1.Mitwirkender: Parz-Gollner Rosemarie

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