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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Mirjam Miketta (2016): Standortfaktoren und Vegetationsanschluss von Dracocephalum austriacum L. in den niederösterreichischen Natura 2000-Gebieten.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Integrative Naturschutzforschung, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 92. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Der Österreichische Drachenkopf (Dracocephalum austriacum L.) ist eine europaweit gefährdete Art, die in der FFH-Richtlinie gelistet ist. In Österreich kommt sie nur an zwei Wuchsorten vor, in den Hundsheimer Bergen und in den Föhrenbergen im Wienerwald. Beides sind xerotherme Offenstandorte, deren Erhaltung im naturschutzfachlichen Sinn eine außerordentliche Bedeutung zukommt. Das Ziel der vorliegenden Vegetationserhebung war es, aus pflanzensoziologischer Sicht mehr Informationen über die Vergesellschaftung und Einnischung von D. austriacum zu erhalten. Zusätzlich erfolgten Detailflächenaufnahmen und die Analyse von Standortfaktoren, um in weiterer Folge kleinräumig differenzierte Maßnahmen zur Erhaltung und Verbesserung der Lebensräume von D. austriacum anpassen zu können. Das Ergebnis zeigt im Europaschutzgebiet Hundsheimer Berge eine andere Einnischung als im Naturpark Föhrenberge. Ein Teil der Populationen in den Hundsheimer Bergen kommt an extremen Standorten der Felstrockenrasen vor. Jene wurden als Übergang der Assoziationen Poo badensis-Festucetum pallentis Klika corr. Zólyomi 1966 und Festucetum pallentis-Caricetum humilis Sillinger 1930 corr. Gutermann et Mucina 1993 charakterisiert und schaffen Voraussetzungen für die Einnischung des konkurrenzschwachen Österreichischen Drachenkopfes neben anspruchslosen Xerophyten. In den Föhrenbergen wurde die Artengarnitur wegen der häufigen Vorkommen von Saumzeigern als „thermophile Saumgesellschaft“ bezeichnet. Insbesondere in den Saumbereichen ist es wichtig, die bereits geleisteten Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen unter Beobachtung der weiteren Populationsentwicklung fortzusetzen. Durch regelmäßiges Entfernen von Gehölzen und höheren Gräsern und Stauden können der xero-thermophile Charakter der Offenstandorte und das Weiterbestehen des Schutzgutes D. austriacum gesichert werden.

Beurteilende(r): Kriechbaum Monika

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