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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Johann Seiwald (2016): LAWINENSIMULATION VON KLEINEN UIND MITTLEREN LAWINEN.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Alpine Naturgefahren (IAN), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp VI, 84, LIII Blätter . UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Im Rahmen dieser Arbeit wurden kleine und mittlere Lawinen anhand von Ereignisdaten rekonstruiert, anschließend unter Verwendung der, falls vorhandenen, Anpassungen für kleine und mittlere Lawinen mit den Lawinensimulationsmodellen ELBA+, SamosAT und RAMMS simuliert und deren Ergebnisse bewertet. Hauptaugenmerk bei der Auswahl der Lawinenereignisse lag dabei auf der Prozessart, dem Anbruchvolumen, der Fallhöhe und der maximalen Reichweite der Lawinen. Der entstandene Datensatz beinhaltet 25 Lawinen mit einem mittleren Anbruchvolumen von ca. 18.850 m³, einer mittleren Fallhöhe von 390 m und einem mittleren Fahrböschungswinkel von 24,5°. Die Lawinenereignisse befinden sich in den Bundesländern Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Steiermark, Oberösterreich und in Oberbayern. Die Interpretation der Ergebnisse erfolgte einerseits qualitativ durch die Bewertung der simulierten Lawinenausdehnungen im Auslaufbereich und andererseits quantitativ, wobei die Differenz zwischen dokumentierten zu simulierten maximalen Auslauflängen verglichen wurde. Die so entstandenen Mittelwertunterschiede wurden mittels Kruskal-Wallis-Tests und Post-Hoc Analysen untersucht. Unter Anwendung der Modellevaluation nach Gauch et al. (2003) konnte die mittlere quadratische Abweichung zwischen Simulation und Ereignisdokumentation und deren Aufteilung in die drei Komponenten systematische Verzerrung, Rotation und zufällige Schwankung bestimmt werden. Die Datenaufbereitung zeigte, dass kleine und mittlere Lawinen vor allem in alpinen Hochtälern extreme Auslauflängen erreichen können. Zu kurze Auslauflängen lieferten im Mittel die ELBA+ und SamosAT Simulationen ohne Entrainment. Plausiblere Ergebnisse in Bezug auf die Ausdehnung und die Größe des maximalen Auslaufes ergaben die Simulationen mit Entrainment. Mitunter die besten Simulationsergebnisse wurden bei den Simulationen, in denen die Inputparameter von den modellspezifischen Benutzerempfehlungen abweichen, erzielt.

Beurteilende(r): Hübl Johannes
1.Mitwirkender: Scheidl Christian

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