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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Stefan Lagler (2017): Überflutungsflächenverlust und Hochwasserrisiko Fallbeispiel Ill und Lavant.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Wasserwirtschaft, Hydrologie und konstruktiven Wasserbau (IWHW), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 132. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Fortschreitende Siedlungstätigkeit, bei der immer mehr Grünland zu Gunsten höherwertiger Nutzungen verloren geht, führt zu einer stetigen Abnahme der natürlichen Überflutungsräume und einer Veränderung der Rauigkeiten. Der immer größer werdende Schutzbedarf unserer Siedlungen und der Ausbau des Verkehrswegenetzes führen zu einer Zerschneidung unserer Flusslandschaften. Sowohl die Abnahme der Überflutungsflächen durch Abtrennung als auch eine Änderung der Rauigkeiten hat zumeist negative Auswirkungen im Hochwasserfall. Die vorliegende Arbeit zeigt anhand zweier Alpenflüsse - Ill und Lavant - die Auswirkungen der Veränderungen auf Überflutungsflächen. Durch Luftbildauswertung mittels Geoinformationssoftware und anschließender 2-dimensionaler hydrodynamisch-numerischer Modellierung wurde einerseits der Flächenverlust und die Versiegelung dokumentiert und anderseits hydrologische (Scheitelabminderung, Laufzeitverzögerung) sowie auch hydraulische Parameter (Wasserspiegellage, Fließgeschwindigkeit) der FEM-Methode untersucht. Dabei wurden historische Luftbilder als auch ein zukünftiges Szenario analysiert und mit dem heutigen IST-Zustand verglichen. Aus den Luftbildern wurde der Flächenverlust der letzten 60 Jahre ersichtlich und durch das Zukunftsszenario sollten die Folgen der Urbanisierung und des Klimawandels anhand von Modellrechnungen untersucht werden. Die Auswertung der Luftbilder zeigte, dass in den letzten 60 Jahren der Anteil an höherwertigen Nutzungen (Siedlung, Verkehr und Industrie) in den potenziellen Überflutungsräumen stark zugenommen hat. Die Berechnungsergebnisse der hydrodynamisch-numerischen Modellierung zeigten, dass der Verlust von Überflutungsflächen zu einer Verringerung des Rückhalte- und Abflussvermögens führt. Die Retentionswirkung der Überflutungsflächen ist maßgeblich von mehreren Faktoren wie der Topographie (Gefälle), dem Speichervolumen, der Größe und Form der Hochwasserwelle, der Fließgeschwindigkeit, der Wassertiefe, etc. abhängig.

Beurteilende(r): Habersack Helmut
1.Mitwirkender: Schober Bernhard

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