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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Giacomo Piazza (2016): Influence of land-use dynamics on natural hazard exposure.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Alpine Naturgefahren (IAN), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 125. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Eine zunehmende Siedlungsfläche in Verbindung mit der Konzentration von Werten in exponierten Lagen führt im Falle von Naturgefahren zu der Möglichkeit höherer Verluste. In vorliegender Arbeit wurden untersucht, wie sich die Exposition gegenüber alpiner Naturgefahren in Abhängigkeit einer sich ändernden Raumnutzung ändert. Hierzu fand das Landnutzungsmodell Dyna-CLUE 2.0 Anwendung, der Modellierungszeitraum wurde bis zum Jahr 2030 definiert. Als Testgebiet dienten die achtzehn Gemeinden der Region Ill-Walgau in Vorarlberg (Österreich). Aufbauend auf vier Szenarien wurde eine mögliche zukünftige Landnutzung modelliert, und in Kombination mit einer Verschneidung mit den Gefahrenzonenplänen wurde eine sich ändernde Exposition quantifiziert. Die simulierten Ergebnisse hängen stark von der Qualität der Datengrundlage ab. Die Einführung von planerischen Restriktionen – wie ein Bauverbot in der Roten Gefahrenzone – hat einen positiven Einfluss auf die Fläche und somit Anzahl der exponierten Objekte: die Fläche sinkt dabei von 431 ha in der Kategorie „urbane Entwicklung“ auf 409 ha. Es wurde auch beobachtet, dass eine Zunahme von Restriktionen immer geringere Auswirkungen im Sinne einer Verminderung der Exposition von Wertobjekten hat. Die Anzahl und die Typologie der im Landnutzungsmodell zur Anwendung kommenden „Driving Factors“ hat einen starken Einfluss auf die Landallokation: die Raumentwicklung mit einer reduzierten Anzahl dieser Faktoren geschieht räumlich unregelmäßig verteilt, so konzentriert sich beispielsweise der Landnutzungstyp „städtische Entwicklung“ nicht unbedingt um bereits existierende Siedlungsflächen. Als Ergebnis der Arbeit bleibt festzuhalten, dass das Ergebnis der Modellierung nicht zur Gänze die Realität widerspiegelt, da das Zusammenspiel der Variablen eine gewisse Unsicherheit mit sich bringt. Diese Unsicherheit wäre umgekehrt ein Grund, über rechtlich bindende Regelungen zur Restriktion in der Entwicklung bestimmter Landnutzungskategorien nachzudenken, um die Exposition von Wertobjekten gegenüber Naturgefahren zukünftig zu verringern.

Beurteilende(r): Fuchs Sven
1.Mitwirkender: Thaler Thomas

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