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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Benedikt Wenzel Wohlschläger (2016): Einfluss der Kalkdüngerart auf die Wassererosionsanfälligkeit von Ackerböden im Alpenvorland.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Abteilung Pflanzenbau, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 72. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Die Wassererosion stellt neben der Versiegelung von landwirtschaftlich genutzten Böden den höchsten quantitativen Bodenverlust in Österreich dar. Ob eine Düngung mit Branntkalk eine unmittelbare Wirkung auf die Wassererosionsanfälligkeit von Ackerböden hat, wird derzeit mit widersprüchlichen Ergebnissen belegt. Innerhalb eines Monats nach Ausbringung des Kalkes wurden in einem Beregnungsversuch im niederösterreichischen Alpenvorland die Bodenabträge und Oberflächenabflüsse bei unterschiedlichen Branntkalkvarianten gemessen. Am Versuchsstandort wurden zwei Branntkalkvarianten zu je 2 t / ha ausgestreut. Im Versuchslabor wurden die entnommenen Bodenproben (100 cm x 50 cm x 30 cm) 120 Minuten mit einer Beregnungsintensität von 72 mm / h beregnet. Zusätzlich erfolgte eine zweite Beregnung zu je 30 Minuten und 110 mm / h. Die grobkörnige Branntkalkvariante (KG: 3 – 8 mm) zeigte tendenziell höhere Bodenabträge und Oberflächenabflüsse, während der feinvermahlene Kalk (Variante KF) tendenziell geringere Abträge im Vergleich zu Variante 0 erzielte. Die Korrelationen zwischen Aggregatstabilität und den Bodenabträgen bzw. Oberflächenabflüssen waren statistisch signifikant, obwohl innerhalb der Varianten mit Ausnahme von KG starke Streuungen auftraten. Als Reaktion auf die Düngung erhöhte sich der pH – Wert bei beiden Varianten signifikant, der Anteil an freiem Kalk erhöhte sich nur bei Variante KG. Die Veränderungen der Rauigkeit der Bodenoberfläche während der insgesamt 150 Minuten andauernden Beregnung wurden photogrammetrisch ausgewertet. Nach 120 minütiger Beregnungsdauer waren bei allen Varianten geringe Setzungen der Bodenoberfläche erkennbar. Nach dem zweiten Beregnungsdurchgang von 30 Minuten kam es zu keiner zusätzlichen Setzung mehr. Da zwischen den einzelnen Wiederholungen starke Streuungen innerhalb der Ergebnisse auftraten, die auf mehrere Faktoren wie z. B. dem Zeitpunkt der Entnahmen und der Witterung zurückzuführen sind, sind weiterführende Versuche zu dieser Thematik erforderlich bzw. muss auch die mikrobielle Aktivität des Bodens berücksichtigt werden.

Beurteilende(r): Liebhard Peter

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