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Gewählte Dissertation:

Magdalena Von Der Thannen (2019): Entwicklung eines Ökobilanz-Modells für ingenieurbiologische Bauwerke.
Dissertation - Institut für Ingenieurbiologie und Landschaftsbau (IBLB), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 137. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Das wachsende Bewusstsein für einen globalen Wandel und eine stetige Nachfrage nach Klimawandelanpassungsstrategien wird vielseitig und weltweit diskutiert. Sämtliche Wirtschaftssektoren sind davon betroffen. Auch in der Baubranche, welche einen großen Anteil an Energie- bzw. Ressourcenverbrauch und Emissionen verursacht, werden zukünftig nachhaltige Strategien an Bedeutung gewinnen. Im Bereich des Hochbaus hat sich bereits eine Methode etabliert, welche es ermöglicht die potenziellen Umweltauswirkungen von Bauvorhaben abzuschätzen bzw. zu bewerten. Diese Methode wird Ökobilanzierung bzw. Lebenszyklusanalyse genannt. Die Ingenieurbiologie, ein spezieller Bereich des Tiefbaus, gilt als traditionelle und vor allem „grüne“ Bautechnik, da vor allem lebende Materialien (Pflanzenteile) als Werkstoff zum Einsatz kommen. Der ökologische Mehrwert dieser Bautechnik wird seit Langem in vielerlei Hinsicht (Habitatfunktion, Beschattung, Bodenstabilisierung, etc.) analysiert und bewertet. Die potenziell negativen Umweltauswirkungen, welche vor allem durch die Errichtung dieser Bauwerke entstehen, werden aber bisher nicht berücksichtigt. Das Konzept der Ökobilanzierung soll und kann also auch die Zukunft der Ingenieurbiologie stark beeinflussen und sich damit noch stärker zu einer klima- und ressourcenfreundlichen Bautechnik entwickeln. Das Ziel der vorliegenden Dissertation ist es, die bereits weit etablierte Methode der Ökobilanzierung auch im Bereich der Ingenieurbiologie anwendbar zu machen. Dafür werden die methodischen Grundlagen erarbeitet und an diversen Fallbeispielen getestet. Die Bauwerke sollen über ihren gesamten Lebenszyklus – ab der Planung über die Herstellung und Nutzung bis zum Lebensende – ganzheitlich beurteilt werden. Die Ergebnisse zeigen, dass eine Implementierung der Ökobilanzierung auch in der Ingenieurbiologie durchaus Sinn macht und dieser in Zukunft neue Möglichkeiten in der Bewertung aber auch in der Argumentation ökologischer Aspekte eröffnet. Außerdem zeigen die Ergebnisse, nicht ganz unerwartet, dass vor allem die Maschinen auf ingenieurbiologischen Baustellen die meisten negativen Umweltauswirkungen verursachen. Dennoch ist jede Maßnahme und jede Baustelle für sich einzigartig und deshalb auch als solche zu analysieren bzw. zu beurteilen.

Betreuer: Rauch Johann Peter
1. Berater: Hübl Johannes
2. Berater: Strauss Alfred

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