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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Martina Schwantzer (2016): WECHSELWIRKUNGEN ZWISCHEN OBSTBÄUMEN UND WILDBIENEN IN WEINBAULANDSCHAFTEN OSTÖSTERREICHS.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Integrative Naturschutzforschung, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 70. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Bienen zählen zu den wichtigsten Bestäubern vieler Pflanzenarten, ihr Vorkommen ist jedoch immer mehr durch den Verlust von Nist- und Nahrungshabitaten sowie Pestizideinsatz gefährdet. Weingärten stellen wärmebegünstigte Standorte dar, mit guten Bedingungen für thermophile Wildbienenarten. Diese Masterarbeit widmet sich den Fragen, welche Blütenbesucher an Kirschbäumen in Weingärten vorkommen und welches Sammelverhalten der Bienen zu beobachten ist. Weiters wurde untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen Diversität und Abundanz von Wildbienen und Fruchtansatz gibt, sowie die Bedeutung der umliegenden Landschaft. Die Untersuchungen wurden zur Blütezeit an zehn Kirschbäumen in Weingärten Ostösterreichs durchgeführt. Die Erfassung der Blütenbesucher erfolgte innerhalb eines 1x1 m Sichtfensters in der Baumkrone. Zur Abschätzung der Bestäubungsleistung wurde der Fruchtansatz von der Bestäubung ausgeschlossener Äste und offen bestäubter Äste erhoben. Insgesamt wurden in den Sichtfenstern 261 Individuen beobachtet; Hymenoptera stellten dabei mit 56,3 % den größten Anteil, darunter 22 Wildbienenarten. Von den in Österreich vorkommenden Wildbienenarten, die zur Kirschblüte fliegen und von denen bekannt ist, dass sie Rosaceen-Pollen nutzen, konnten 23 % (14 Arten) nachgewiesen werden. Darunter waren auch seltene Arten, wie Lasioglossum pallens, ein Neufund für das Burgenland. Die Ergebnisse zeigen, dass das Blütenangebot der Kirschbäume im Frühjahr eine wichtige Nektar- und Pollenquelle für Bienen darstellt, dieses aber von Honigbienen, Hummeln und anderen Wildbienen unterschiedlich genutzt wird. So verweilten die Wildbienen am längsten auf der Blüte, Hummeln hingegen nur kurz. Der Bestäubungserfolg war bei den offen bestäubten Blüten signifikant höher. Ein höherer Waldanteil wirkte sich negativ auf den Bestäubungserfolg aus, während Weingartenflächen einen positiven Einfluss auf die Individuenanzahl der Wildbienen und den Bestäubungserfolg hatten.

Beurteilende(r): Kriechbaum Monika
1.Mitwirkender: Pachinger Baerbel

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