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Markus Drapalik (2017): RISIKEN DER VEREISUNGS-PROBLEMATIK BEI WINDENERGIEANLAGEN UNTER BESONDERER BERÜCKSICHTIGUNG DER SITUATION IN ÖSTERREICH.
Dissertation - Institut für Sicherheits- und Risikowissenschaften, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 144. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Mit dem zunehmenden Ausbau der Windenergie rücken auch Fragen der Sicherheit stärker in den Fokus der wissenschaftlichen Betrachtung. Ein spezieller Fall ist hierbei die Vereisung von Anlagen, die neben den wirtschaftlichen Konsequenzen in Form geringerer Produktion vor allem ein erhöhtes Risiko durch Eiswurf, dem Wegschleudern angefrorener Eisstücke, oder Eisfall, dem Verfrachten angefrorener Eisstücke durch den Wind bei Stillstand einer Windenergieanlage, mit sich bringt. Während sich ersteres durch Eisdetektion und Abschaltung verhindern lässt, ist zweiteres beim Betrieb von Windenergieanlagen in kalten Regionen unvermeidlich. Zur Untersuchung der Gefährdung durch Eisfall wurden Beobachtungen solcher Ereignisse durchgeführt. Bei diesen wurden erste Daten über Fallweiten, Geometrie und Dichte von Eisfragmenten gesammelt. Darauf aufbauend wurden erstmalig Experimente mit künstlich geschaffenen Probekörpern, die realen Eisfragmenten mit unterschiedlich hohem Detailgrad nachempfunden wurden, durchgeführt. Im Rahmen dieser Experimente wurden mehrere hundert Abwürfe getätigt, wobei hier einerseits die erreichten Fallweiten und andererseits die Flugbahnen aufgezeichnet wurden. Der Vergleich dieser Messungen mit Simulationen, die auf gängigen Modellen basieren, zeigt, dass diese Modelle die Realität nur unzureichend abbilden. Abhängig von der jeweiligen Probenform, wurden Fallweiten sowohl über- als auch unterschätzt. Daher sind die gegenwärtigen Modelle als unzureichend für die zuverlässige Bewertung von Eisfall einzustufen. Ähnliches ergibt sich beim Eiswurf von Kleinwindkraftanlagen, der ebenso untersucht wurde. Auch die Möglichkeit der Beschichtung von Rotorblättern, um Eisansatz zu reduzieren oder zu verhindern, wurde betrachtet. Schließlich wurden verschiedene Metriken und Akzeptanzkriterien für Risiko verglichen und die LIRA-Metrik und das ALARA-Prinzip als sinnvollste Wahl für allgemeine Fälle der Risiko-Betrachtung von Eisfall und Eiswurf identifiziert.

Betreuer: Kromp Wolfgang
1. Berater: Liebert Wolfgang
2. Berater: Formayer Herbert

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