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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Patrick Josef Siegele (2017): Bewertung der Schutzfunktion der Lawinenverbauungen aus Stein- und Materialterrassen auf der Schwager Gonde.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Alpine Naturgefahren (IAN), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 115. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Aufgrund der seit Jahrhunderten andauernden Entwaldung, sowie den Auswirkungen des Lawinenwinters 1950/51 wurde seitens der WLV ein Schutzprojekt zur Sanierung des vorderen Paznauntales ausgearbeitet. Im Gebiet der Schwager Gonde wurden von 1954 bis 1961 insgesamt 25 Stein- und 62 Materialterrassen, sowie 2 Abweisdämme gebaut. Zudem wurden 46 ha aufgeforstet und 5.160 m Kulturzaun errichtet. Im Rahmen dieser Masterarbeit wurde untersucht, ob die damals festgelegten Projektziele erreicht werden konnten, wie der bauliche Zustand und die Wirkung der Terrassen ist, wo die Hochlagenaufforstung bereits lawinenschutzwirksam ist und wie sich ein Ergänzungs- bzw. Ersatzkonzept auf die Gefahrenzonenplanung auswirken würde. Die Ergebnisse zeigen, dass die 25 trockengemauerten Steinterrassen einigermaßen gut erhalten sind. Die 62 Materialterrassen befinden sich aufgrund von Setzungserscheinungen und Verformungen mehrheitlich in einem mangelhaften bzw. schlechten Zustand. Die Wirkungsbeurteilung zeigt, dass die Werkhöhen zu gering und die Werksabstände zu groß gewählt wurden. Trotz dem in der Vergangenheit befürchteten Totalausfall hat sich die Hochlagenaufforstung auf den günstigen Standorten sehr gut entwickelt und unterhalb von 1.950 m Seehöhe besitzt der Wald bereits die volle Schutzfunktion. Die Aufforstung bis auf 2350 m Seehöhe ist allerdings nicht gelungen. Um ein Stück der Verbauungsgeschichte erhalten zu können, wurde eine Maßnahmenvariante zur Sanierung der 25 Mauerterrassen ausgearbeitet. Da sich dadurch die Lawinenschutzwirksamkeit nicht wesentlich verbessert, wurde zusätzlich ein Ersatzkonzept am Beispiel der Glittstein-Lawine geplant. Der Aufschließungsweg, die Verbauung mittels Stahlschneebrücken und die Aufforstung der Bestandeslücken verursachen dabei Kosten von rund 2,1 Mio. Euro. Nach Umsetzung dieser Verbauungsmaßnahmen wäre es möglich die Gefahrenzonen im Siedlungsraum zurückzunehmen.

Beurteilende(r): Hübl Johannes
1.Mitwirkender:

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