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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Stefan Schwembacher (2018): Veränderungen der Bestandesstruktur, Verjüngung und Schutzwirkung in naturnahen und naturfernen, submontanen und montanen Wäldern des Vinschgaus (Italien).
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Botanik (Botany), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 117. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Die durch landwirtschaftliche Nutzung degradierte südexponierte Talflanke des Vinschgau wurde zwischen 1884 und 1965 mit Schwarzkiefer (Pinus nigra ssp. nigra) aufgeforstet (940 ha). Wegen der hohen Störungsanfälligkeit startete der Forstdienst um 1996 die Umstrukturierung der sekundären Wälder in naturnahe Bestände. Diese Arbeit soll dazu dienen die floristischen und strukturellen Veränderungen gegenüber dem Zustand zu Beginn der Aktion (Staffler 1996) zu vergleichen und zukünftige Trends zu erkennen. Im Jahr 2016 wurden 50 der 1996 erst-erhobenen Probeflächen wiederholt. Die Plots wurden drei Bestandestypen zugeordnet (Flaumeichenwald, Schwarzkiefernforst, umgewandelter Schwarzkiefernforst). Die Erhebungen umfassten Abundanzen der Holzgewächse, sowie Verjüngungs- und NaiS-Ansprachen zum Bewerten der Schutzfunktion. Auf 5 Aufnahmeflächen konnten auch Veränderungen auf Individuen-Ebene angesprochen und die strukturelle Entwicklung graphisch dargestellt werden. In den 20 Jahren erwies sich besonders die Kraut- und Strauchschicht als dynamisch. Veränderungen laufen in den 3 Bestandestypen unterschiedlich schnell ab. Paarweise Vergleiche der Bestandesstrukturen zeigen in den Schwarzkiefernforsten unterschiedliche Entwicklungsprozesse an, wobei stets Wildeinfluss und Lichtangebot eine tragende Rolle spielen. Die Flaumeichenbestände wirken stabiler. Als problematisch zu bewerten ist die Verjüngungssituation. Baumarten-Zusammensetzung und Individuenanzahl entsprechen zwar den wünschenswerten Vorgaben, jedoch ist die Höhenverteilung in allen Bestandestypen ungünstig. Die Struktur der Bestände entspricht im Mittel zumindest den minimalen Anforderungen an die Schutzwirkung und wird sich - bei Vernachlässigung des Störungsregimes - in Zukunft verbessern. Als Resümee kann festgestellt werden, dass die Entwicklung der Bestände in die richtige Richtung zeigt. Die Ziele können jedoch erst langfristig erreicht werden. Eine entscheidende Rolle wird dabei der Wildeinfluss spielen.

Beurteilende(r): Karrer Gerhard
1.Mitwirkender: Vacik Harald

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