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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Daniela Hofinger (2018): Verbreitung und Bruthabitatwahl von Rauchschwalbe Hirundo rustica und Mehlschwalbe Delichon urbicum in der Gemeinde Pollham in Oberösterreich.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Integrative Naturschutzforschung, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 61. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Rauch- und Mehlschwalbe sind von menschlichen Siedlungsstrukturen abhängig und gehören zum typischen Bild einer ländlichen, dörflichen Umgebung. Sie gelten als weit verbreitete Brutvögel, jedoch registrieren diverse Studien deutliche Bestandsrückgänge. In der Gemeinde Pollham in Oberösterreich wurden in der Brutsaison 2016 Bestand und Bruthabitatwahl beider Arten auf landwirtschaftlichen Betrieben untersucht. Charakteristiken der unmittelbaren Neststandorte (Mikrohabitate), Anzahl an Brutpaaren, Nutztierhaltungsformen und nutzbare Strukturen an den Hofstellen und in der Umgebung (Makrohabitate) wurden ermittelt. Der Einfluss von Nutztieren und Makrohabitaten auf die Brutpaare wurde mittels generalisierter linearer Modelle dargestellt. Weiters wurden Veränderungen der für Schwalben relevanten landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsweisen erhoben. Bei der Rauchschwalbe war eine Präferenz zu Räumen mit Vieh, niedrigen Raumhöhen, strukturierten Decken und Neststützen erkennbar. Diese Tendenz war in Schweineställen stärker ausgeprägt als in Rinderställen. Die Rauchschwalbe war weiter verbreitet und siedelte gleichmäßiger über das Untersuchungsgebiet verteilt. 62 % der Höfe waren von Rauchschwalben und 11 % der Höfe von Mehlschwalben besiedelt. Die flächenbezogene Abundanz belief sich bei der Rauchschwalbe auf 8,16 Brutpaare/km² und bei der Mehlschwalbe auf 2,31 Brutpaare/km². Nutzvieh (Rinder oder Schweine) hatte einen positiven Einfluss auf die Anzahl der Brutpaare beider Arten. Bei der Mehlschwalbe wirkte sich zudem die gleichzeitige Präsenz von nutzbaren Strukturen an der Hofstelle (Miststätte, Weide oder Tierauslauf, Feuchtstelle) positiv aus. Einflüsse sonstiger Nutztierarten oder des Grünlandanteils in der Umgebung der Hofstelle in einem Radius von 400 m konnten nicht nachgewiesen werden. Veränderungen landwirtschaftlicher Bewirtschaftungsweisen in den letzten Jahrzehnten weisen darauf hin, dass sich die Lebensbedingungen beider Arten wesentlich verschlechtert haben.

Beurteilende(r): Kriechbaum Monika
1.Mitwirkender:

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