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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Andrea Hochauer (2017): Erfolgskontrolle des Weidenwachstums am Beispiel des LIFE+ Traisen Projekts in Niederösterreich - Ein Vergleich zwischen natürlichem Weidenaufkommen und vegetationstechnischen Maßnahmen.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Botanik (Botany), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 191. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Im Zuge des LIFE+ Traisen Projektes wird eine Verbesserung der Fließgewässerdynamik zwischen Traismauer und Zwentendorf angestrebt, in dem die Begradigung aufgerissen und ein neuer Flusslauf gebaut wurde. In dieser Arbeit wird das Weidenaufkommen im neu geschaffenen HQ1-Bett und in der Umlandabsenkung des renaturierten Abschnitts 1 und 2 der Traisen in den Tullnerfelder Donauauen genauer betrachtet. In weiterer Folge wird herausgearbeitet, ob für die Initialisierung einer flussbegleitenden Auenlandschaft in Form von Stecklingseinbringung bei einem Renaturierungsprojekt dieser Größe ein dauerhaft vitaler Bestand gefördert wird, oder ob sich dieser auch auf natürlichem Wege entwickeln kann. Mit Hilfe eines eigens entwickelten Vitalitätsschlüssels wurde der Zustand der Weidensämlinge, sowie der eingebrachten Stecklinge im Projektgebiet im Zuge einer Vegetationsaufnahme nach Braun-Blanquet bestimmt. Neben der pflanzensoziologischen Auswertung der Daten wurden in weiterer Folge die Aufnahmen der Weiden speziell betrachtet und ausgewertet. Untersucht und verglichen wurden die Weidendichte nach Braun-Blanquet und die Weidenvitalität auf unterschiedlichen Substraten, auf den unterschiedlichen Aufnahmestandorten, das Aufkommen im HQ1-Bett im Vergleich zur Umlandabsenkung und in Abschnitt 1 im Vergleich zu Abschnitt 2. Aufgrund des hohen Wilddruckes im Gebiet weisen die Weiden generell einen buschförmigen Wuchs auf und können schwer an Längenwachstum zulegen. Dies lässt sich sowohl bei den Sämlingen als auch bei den Steckhölzern beobachten. Daraus entsteht eine verminderte Konkurrenzkraft gegenüber den auftretenden Neophyten wie Populus x canadensis und Solidago gigantea und das Aufkommen des erstrebenswerten und laut FFH-Richtlinien prioritären Lebensraums 91E0 Erlen-Eschen-Weidenau, wird erschwert. Um die Entwicklung dieses Lebensraumtyps zu fördern, ist in diesem Gebiet eine Einbringung von ausreichend hohen Setzstangen (Salix alba, Salix triandra, Salix pentandra, Salix eleagnos, Salix purpurea) im Überschwemmungsgebiet über der Mittelwasserlinie sinnvoll.

Beurteilende(r): Bernhardt Karl Georg
1.Mitwirkender: Lapin Katharina

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