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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Matyas Matejka (2017): Anwendungsmöglichkeiten des "Japanese Pipe Hydrophones" zur Geschiebemessung in Wildbächen.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Alpine Naturgefahren (IAN), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 112. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Der Geschiebetransport spielt eine wichtige Rolle in zahlreichen Prozessabläufen eines Fließgewässers und ist daher ein essenzieller Bestandteil von wasserbaulichen Planungen und Modellierungen. Optimale Ergebnisse können bei diesen Maßnahmen nur dann erzielt werden, wenn eine fundierte Datenlage bezüglich der Geschiebetransportprozesse vorliegt. Ein weiterer Punkt ist, dass zahlreiche Transportformeln für steile Sohlgefälle aus Labormessungen hergeleitet werden. Dadurch neigen sie bei der Berechnung der Transportkapazität in einem natürlichen Wildbach zur Überschätzung der Ergebnisse. Zur Erweiterung des Datenpools wurden im Zuge dieser Masterarbeit Labor- und Feldversuche mit einem japanischen Rohrhydrophon durchgeführt, welches eine indirekte Messung des Geschiebetransportes ermöglicht. Hauptaugenmerk war die Untersuchung dessen Funktionsweise und die Anwendbarkeit in einem natürlichen Wildbach. In erster Linie wurden Labormessungen mit einzelnen Kornfraktionsgrößen bei unterschiedlicher Abflussgröße und Probegewicht in einem künstlichen Gerinne durchgeführt. Für den Feldeinsatz wurde das Rohrhydrophon an der Wehrkrone einer Konsolidierungsschwelle des Suggadinbaches in Vorarlberg eingebaut. Unter Zuhilfenahme eines künstlichen Gerinnes wurden Geschiebeversuche mit großteils den Laborversuchen identen Korngrößen durchgeführt. Der anschließende Vergleich zwischen den Labor- und Feldmessungen war zwar möglich, aufgrund der unterschiedlichen Versuchsbedingungen waren jedoch Anpassungsvorgänge wie etwa das Skalieren bzw. Extrapolieren notwendig. Abhängig von der Korngröße wurden teilweise Abweichungen von bis zu 100 % erreicht. Aussagen über die Korngrößenverteilung anhand einer Analyse des registrierten Signals sind bei diesem Messverfahren nicht möglich. Des Weiteren muss das Hydrophon vor einer Anwendung auf das jeweilige Fließgewässer kalibriert werden. Daraus resultiert eine Abhängigkeit von direkten Messmethoden.

Beurteilende(r): Hübl Johannes
1.Mitwirkender: Chiari Michael

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