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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Marilene Fuhrmann (2018): Untersuchungen zur Wildtierrehabilitation und Wiederauswilderung von Erinaceus europaeus (Braunbrustigel) und Erinaceus roumanicus (Nördlicher Weißbrustigel) in Österreich.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Integrative Naturschutzforschung, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 68. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Igel zählen zu den am häufigsten rehabilitierten Wildtieren. Eine Besonderheit, die in Österreich zu berücksichtigen ist, ist die Kontaktzone von Erinaceus europaeus (Braunbrustigel) und Erinaceus roumanicus (Nördlicher Weißbrustigel), die durch die Mitte des Landes verläuft. Ziel dieser Arbeit ist, die Igelrehabilitation in Österreich sowie die Berücksichtigung der Artzugehörigkeit bei der Wiederauswilderung zu untersuchen. Dazu wurden insgesamt 13 Betreiber von österreichischen Igelrehabilitationszentren mittels Experteninterviews und einer Online-Umfrage befragt. Dabei zeigte sich, dass sowohl die Zahl der Igelstationen, als auch die Zahl der aufgenommenen Igel in den vergangenen Jahren gestiegen ist. Die Einschätzungen der Pflegebedürftigkeit werden subjektiv von den Findern der Igel getroffen. Daher werden auch Tiere in Auffangstationen gebracht, die auch selbstständig in der Natur überleben würden. Viele Igelstationen nehmen trotzdem alle Igel auf. Sie werden fast ausschließlich durch Spenden finanziert, eine staatliche Unterstützung für die Pflege von Wildtieren gibt es nicht. Häufig werden die Igel in Gruppen gehalten und die Herkunftsorte können den einzelnen Individuen dann nicht zugeordnet werden, da diese nicht identifiziert werden können. In Folge dessen wird auch nicht gewährleistet, dass ein Igel bei der Wiederauswilderung an seinen Herkunftsort zurückkommt, was bedeutet, dass häufig auch auf die Artzugehörigkeit keine Rücksicht genommen wird. Eine Möglichkeit, dem entgegenzuwirken, ist die Zahlen der aufgenommenen Igel zu reduzieren. Ein Ansatz dafür ist, ein Bewusstsein in der Bevölkerung für die Pflegebedürftigkeit gefundener Igel zu schaffen. Auf diese Weise kann die Zahl aufgenommener Igel gesenkt werden, während die Rehabilitation pflegebedürftiger Igel trotzdem gewährleistet wird. In Folge dessen kann mehr Rücksicht auf die Haltung und Pflege, sowie auf den Herkunftsort und die Artzugehörigkeit bei der Auswilderung genommen werden.

Beurteilende(r): Meimberg Harald
1.Mitwirkender: Winter Silvia

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