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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Ines Zoka (2019): Ausbildung von Thyllen in verschiedenen Arten aus Gebieten in Panama und Mexiko.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Botanik (Botany), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 69. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Thyllen sind Verstopfungen der Leitgefäße (Tracheen) im Holz durch das blasenförmige Einwachsen benachbarter Parenchymzellen. Die Funktion der Thyllen scheint vor allem, ein rasches Ausbreiten von Pathogenen und Schädlingen im Holz zu verhindern, und Thyllenbildung tritt meist im nicht mehr leitenden Kernholz auf. Allerdings können sich Thyllen auch rasch als Reaktion auf Infektionen oder Embolien im Splintholz bilden. Embolien sind Gasblasen in Leitelementen, die sich als Folge von Trockenstress bilden. Während der Mechanismus der Thyllenbildung gut erforscht ist, ist über die Verbreitung von Thyllen in verschiedenen Baumarten wenig bekannt. In der vorliegenden Arbeit wurde die Thyllenbildung an 454 verschiedenen Holzarten aus feuchten und trockenen Standorten Panamas und Mexikos erforscht. Zunächst wurden alle Arten auf das Vorkommen von Thyllen geprüft und die Häufigkeit von Thyllen in verschiedenen Familien verglichen. Weiters wurde die Verteilung der Thyllen in trockenen und feuchten Wäldern verglichen und auch Untersuchungen bezüglich Thyllenbildung im Zusammenhang mit Gefäßgröße und Distanz zum Kambium analysiert. Der Anteil der Arten mit Thyllen betrug etwa 17%. Während in einigen Familien sehr viele Vertreter Thyllen bilden, waren in anderen gar keine Arten mit Thyllen registriert, sodass Thyllenbildung phylogenetisch sehr unterschiedlich verteilt ist. In Bäumen tropischer Trockenwälder fanden sich Thyllen etwas häufiger als in tropischen Regenwäldern, allerdings war dieser Unterschied nicht signifikant. Dagegen nimmt die Tendenz, Thyllen zu bilden deutlich mit der Größe der Tracheen zu. Da große Gefäße leichter für Pathogene passierbar sein dürften, ist eine vermehrte Thyllenbildung in Arten mit großen Gefäßen als Schutz vor einer Ausbreitung naheliegend. Ein Zusammenhang mit Trockenstress erscheint jedenfalls schwächer und war aus den vorhandenen Daten nicht sicher nachzuweisen.

Beurteilende(r): Hietz Peter

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