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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Elisabeth Lauss (2020): Analyzing the protective effect of alpine forests against rockfall on scale of the European Alps.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Alpine Naturgefahren (IAN), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 73. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Diese Arbeit beschäftigt sich damit, wie die Schutzfunktion von alpinen Wäldern gegen Steinschlag auf Ebene der europäischen Alpen quantifiziert werden kann. Ziel war es nachzuweisen, ob es möglich ist Überlebenskurven von Steinschlagereignissen mit einem signifikanten Unterschied für verschiedene Waldbestände zu generieren und herauszufinden, ob sich durch diese Kurven die Wahrscheinlichkeit der Risikoreduktion von verschiedenen Wäldern quantifizieren lassen kann. Dafür wurden zwei Datensätze erstellt, TORRID explicit besteht aus mehreren Steinschlag Trajektorien von 32 aktuellen Steinschlagereignissen, gesammelt in Österreich, Deutschland und Italien. Hierfür wurden die Parameter Bestandsdichte, Grundfläche, Artenzusammensetzung und der Anteil an Strauchwald gesammelt. Um die Nutzung von Ereignissen mit begrenzter Datenlage sowie die Nutzung von Fernerkundung zur Datenerfassung zu ermöglichen wurde eine weniger umfangreiche Datenbank erstellt, TORRID light, welche sich aus 51 historischen Ereignissen zusammensetzt. Es wurden Waldgruppen mit ähnlichen Eigenschaften hinsichtlich der Schutzwirkung gebildet. Um Informationen über die Neigung einer Steinschlag Trajektorie einzubeziehen wurden die ausgewählten Waldparameter über die horizontale Waldlänge und die vertikale Fallhöhe gewichtet. Mittels einer Cluster-Analyse wurden drei Waldgruppen definiert, die zur Erstellung von Überlebenskurven mit Hilfe des Kaplan-Meier-Schätzers verwendet wurden. Die Überlebenskurven werden an eine logarithmische Normalfunktion angepasst, um Wahrscheinlichkeiten für die Risikoreduktion zu generieren. Die Analyse zeigt, dass es möglich ist, unterschiedliche Überlebenskurven für verschiedene Waldgruppen zu erstellen und diese zur Quantifizierung von Risikoreduktionen zu nutzen. Die Ergebnisse zeigen allerdings, dass mehr Daten zu Laub- und Mischwaldbeständen nötigt sind, um plausible Aussagen über die Risikoreduktion von Waldbeständen auf Ebene des alpinen Raums zu ermöglichen.

Beurteilende(r): Scheidl Christian

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