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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Johannes Traxler (2019): E-Carsharing im ländlichen Raum NutzerInnen-Anforderungen und Potenziale am Beispiel des Mühlviertels.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Verkehrswesen (IVe), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 123. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
E-Carsharing (ECS) ist eine Möglichkeit, den motorisierten Individualverkehr (MIV) im ländlichen Raum umweltfreundlicher zu gestalten. Am Fallbeispiel des ECS „Mühlferdl“ im Mühlviertel in Oberösterreich werden Einflussfaktoren erarbeitet, die sich erfolgsversprechend auf die Realisierung von ECS-Projekten auswirken. Ziel dieser Masterarbeit ist es, strukturelle Einflussfaktoren der Gemeinde und subjektive Merkmale der Nutzer für das ECS im ländlichen Raum zu erheben. Das ECS Mühlferdl wird dazu anhand der Fachliteratur zu ECS beschrieben. Qualitative Interviews mit Experten, Nutzern und Nicht-Nutzern des ECS bilden in weiterer Folge die Basis für die Erhebung. Die erarbeiteten Einflussfaktoren werden abschließend für eine semi-quantitative Potenzialabschätzung für das ECS im Mühlviertel herangezogen. Die Resultate präsentieren Teile des Mühlviertels als potenzielles Verbreitungsgebiet von ECS. Strukturelle Faktoren, die sich erfolgsversprechend auswirken, sind eine kompakte Siedlungsstruktur, ein gutes Arbeitsplatzangebot und ein hohes Bildungsniveau. Als weiterer struktureller Faktor schafft die Umsetzung von Klimaschutzprozessen nicht nur Bewusstsein für nachhaltige Mobilität, sondern auch unterstützende Strukturen. Die öffentliche Verkehrsanbindung kann ECS nur bis zu einem gewissen Grad positiv beeinflussen. Generell zeigen städtisch geprägte Gemeinden in der Nähe von Linz das höchste Potenzial für ECS. Der Großteil der Projekte konnte bisher dort realisiert werden. Subjektive Merkmale der potenziellen Nutzer wirken sich auch auf den Erfolg von ECS aus. Ein hohes Umweltbewusstsein und Wissen über die Kosten des eigenen PKWs unterstützen ein ECS-Projekt. Ein hoher Stellenwert des eigenen PKWs und fehlende Flexibilität in der Kfz-Nutzung hemmen die erfolgreiche Realisierung von ECS-Projekten. Die Ergebnisse zeigen, dass ECS durchaus Potenzial zur Umsetzung hat und eine Lösung auf dem Weg zu einem umweltfreundlichen Mobilitätssystem im ländlichen Raum sein kann.

Beurteilende(r): Gühnemann Astrid
1.Mitwirkender: Hössinger Reinhard

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