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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Patrick Hacker (2019): Invasives Potential von Typha laxmannii und Vergleich mit heimischen Rohrkolben-Arten.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Botanik (Botany), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 77. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Typha laxmannii, der Laxmann-Rohkolben, gilt in Mitteleuropa als Neophyt und breitet sich auch in Österreich seit einigen Jahrzehnten aus. Potenziell könnte er eine Bedrohung für heimische Arten darstellen. Der Fokus dieser Arbeit bestand darin, Daten zu dieser bisher relativ wenig erforschten Art zu sammeln, einen Vergleich mit den heimischen Arten T. latifolia und T. angustifolia zu ziehen und das invasive Potential zu beurteilen. Dazu wurden die Diasporen vermessen und gewogen sowie drei Keim- und ein Wachstumsversuch durchgeführt. Die Sammlung der Fruchtstände (Kolben) in mehreren Regenrückhaltebecken im Tullnerfeld in Niederösterreich ermöglichte zusätzlich einen Vergleich verschiedener Populationen. Ein Fruchtstand von T. laxmannii enthielt durchschnittlich mehr als 100.000 Diasporen, die vergleichsweise klein und leicht waren. Trotz ihrer Größe wiesen diese jedoch eine relativ hohe Keimfähigkeit auf. Es kann allerdings nicht davon ausgegangen werden, dass der Neophyt wesentliche Vorteile in Bezug auf die Möglichkeit der Besiedlung neuer Standorte hat. Der Wachstumsversuch hat gezeigt, dass T. laxmannii eine Strategie der schnellen Ausbreitung verfolgt. Die Art bildete über Rhizomausläufer deutlich mehr Nebensprosse als die heimischen Konkurrenten, blieb aber auch kleiner als diese und produzierte in Summe weniger Biomasse. Zwischen den untersuchten Populationen ergaben sich zum Teil signifikante Unterschiede. Die Versuche sowie Beobachtungen im Freiland haben gezeigt, dass T. laxmannii grundsätzlich weniger konkurrenzstark als T. latifolia und T. angustifolia ist und an ständig nassen Stellen von diesen verdrängt wird. Die Art ist daher auf Standorte angewiesen, an denen die heimischen Arten nicht vorkommen, wie beispielsweise sekundäre Gewässer, die zeitweise trockenfallen. Für natürliche Gewässern ist das invasive Potential als gering einzustufen, eine weitere Ausbreitung des Neophyten an sekundären oder gestörten Standorten ist allerdings wahrscheinlich.

Beurteilende(r): Bernhardt Karl Georg
1.Mitwirkender: Rasran Leonid

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