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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Anne Schlegel (2019): Erfassung von relevanten Vegetationsstrukturen für Biber (Castor fiber) Methoden der Fernerkundung im Vergleich.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Vermessung, Fernerkundung und Landinformation (IVFL), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 68. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Zur Ableitung der Habitatqualität von Biber-Revieren ist die Landbedeckung ein wichtiger Fak-tor. Für ein solches Vorhaben wurden mögliche Datensätze und Methoden der Fernerkundung auf ihre Eignung und Unterschiede am Beispiel eines reich strukturierten Gewässerabschnittes getestet. Fernerkundungsdaten eignen sich zum einen für eine manuelle Abgrenzung der Landbedeckung durch eine Kartierung vor Ort oder durch eine visuelle Bildinterpretation. Zum anderen kann auch eine semi-automatisch Klassifizierung durchgeführt werden, die sich vor allem bei großen Flächen anbietet. Neben den manuellen Methoden wurde eine objektba-sierte Klassifikation (OBIA) mit dem Random Forest Algorithmus angewendet. Als Datengrund-lage standen ein Orthophoto des Landes Niederösterreichs (NÖ) mit einer räumlichen Auflö-sung von 0,2 m und ein Orthophoto durch eine UAV-Befliegung mit einer räumlichen Auflö-sung von 0,03 m zur Verfügung. Zudem wurden verschiedene Vegetationshöhenmodelle, ver-schiedene Texturen (SFS, Haralick) sowie der NDVI in die Klassifikation mit einbezogen. Als Untersuchungsgebiet wurde ein etwa 3 km langer Abschnitt am Marchfeld-Kanal in NÖ ge-wählt. Bei der Integration der verschiedenen Daten für die OBIA ergab die Kombination aus der Spektralinformation mit einem Vegetationshöhenmodell und der SFS-Textur das beste Ergeb-nis. Bei gleicher Anzahl an Trainingsdaten wurde für das Orthophoto des Landes NÖ eine Klas-sifikationsgenauigkeit (Overall Accuracy, OA) von rund 79 % erreicht, bei dem Orthophoto der UAV-Befliegung eine OA von 88 %. Eine OBIA erzielt bei einer sehr hohen Auflösung für einen reich strukturierten Lebensraum also gute Ergebnisse. Die OBIA des Orthophotos des NÖ kommt den manuellen Methoden sehr nah. Die OBIA der UAV-Aufnahme zeigt wiederum einen signifikanten Unterschied zu der Kartierung vor Ort und der visuellen Bildinterpretation. Gründe dafür könnten die sehr hohe räumliche Auflösung und der damit verbundene feine Segmentierungs- bzw. Klassifikationsgrad sein.

Beurteilende(r): Atzberger Clement
1.Mitwirkender: Immitzer Markus
2.Mitwirkender: Böhm Josephin

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