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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Fabian Pröbstl (2019): Mainstreaming Biodiversity in der Gemeinde Warum investieren niederösterreichische Gemeinden in das Bewusstsein ihrer Bevölkerung für den Wert der biologischen Vielfalt?.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Integrative Naturschutzforschung, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 110. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Die regelmäßige Interaktion mit einer vielfältigen Natur fördert neben der Gesundheit auch das Bewusstsein für den Wert der biologischen Vielfalt und damit für die Bedeutung von Naturschutz. Diese erlebbare Vielfalt ist heutzutage aus dem Alltag weiter Bevölkerungsteile allerdings verschwunden. Um dieser Entwicklung gegenzusteuern, verkörpern kommunale Verwaltungen wichtige Partner für den Naturschutz. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einen Überblick über die durch Gemeinden diesbezüglich von 2015-2018 gesetzten bewusstseinsfördernden Maßnahmen zu geben sowie fördernde und hemmende Einflussfaktoren aufzuzeigen. Hierfür wurden 209 Gemeinden mittels quantitativer Fragebögen erfasst sowie acht vertiefende Interviews mit ausgewählten Gemeindevertretungen geführt. Insgesamt wurden 17 Maßnahmentypen berücksichtigt, welche von der ökologischen Grünflächenpflege über Naturlehrpfade bis zu Schulungsangeboten für Gemeindebeschäftigte reichen. Maßnahmen, welche in den typischen kommunalen Tätigkeitsbereich fallen, direkt mit der Gemeinde assoziiert werden und wenig zeitliches Engagement benötigen, wurden dabei am häufigsten gesetzt. Thematisch bezogen sich diese v.a. auf den Grünflächenbereich oder Insektenschutz. Die Hauptbewegründe für die Umsetzung dieser Maßnahmen lagen in der Steigerung der Lebensqualität und Vorteilen im interkommunalen Vergleich. Die gute Informationsverfügbarkeit, landesweite Initiativen und das Engagement von Einzelpersonen unterstützten die Umsetzung. Limitierende Einflussfaktoren waren v.a. geringe personelle und zeitliche Ressourcen und mangelnde Unterstützung zentraler Entscheidungspositionen. Einschränkungen durch hohe Kosten wurden nur vereinzelt festgestellt. Aufbauend auf dem geringen Konfliktpotential und breitem Zuspruch der Bevölkerung empfehlen sich insbesondere die Bestärkung der Identifikation mit dem eigenen Naturraum und die Mobilisierung des lokalen Potentials, um das Engagement der Gemeinden langfristig zu sichern.

Beurteilende(r): Kriechbaum Monika
1.Mitwirkender: Splechtna Bernhard

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