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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Lisa Lindhuber (2020): Phylogeny and biogeography of the conservation related genus Adonis.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Botanik (Botany), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 97. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Bisherige Differenzierung und mögliche Hybridisierung zwischen den Arten der naturschutzrelevanten Gattung Adonis wurde hauptsächlich aufgrund der Morphologie festgelegt. Durch die Verwendung von molekularen Markern, hier ITS, TOPO6, atpH-atpI, rpL16 und matK werden neue Erkenntnisse gewonnen. Eine Zeitdatierung mittels molekularer Uhr zeigt eine Differenzierung zwischen A. vernalis und dem gemeinsamen Vorfahren von A. volgensis und A. villosa um 2-3 mya. Bei allen phylogenetischen Stammbäumen sind A. volgensis und seine Schwester A. villosa die nächsten Verwandte von A. vernalis. In vier von fünf Markern bilden sie eine Klade. Die nächsten Verwandten sind andere mehrjährige Arten der Gattung Adonis, wie beispielsweise hier A. apennina und A. turkestanica. Generell ist eine Unterscheidung zwischen einjährigen und mehrjährigen Arten erkennbar, welches die Unterteilung in zwei Subgattungen unterstützt. Die biogeographische Analyse weist auf einen Zusammenhang zwischen phylogenetischer Verwandtschaft und geographischer Verbreitung hin. Laut Parsimony Analyse liegt der Ursprung aller mehrjährige Adonis-Arten in China. Einjährige Adonis-Arten stammen vermutlich aus China, Europa, Russland oder Kasachstan. In einigen Quellen findet man Hinweise auf einen Hybriden zwischen A. vernalis und A. volgensis. Für diese Masterarbeit wurde ebenfalls Pflanzenmaterial von solchen potentiellen Hybriden verwendet. Die phylogenetische Analyse zeigte jedoch, dass es sich bei der Probe um A. vernalis handelt. Daher konnte das Auftreten solcher Hybriden mit dieser Masterarbeit weder bewiesen noch widerlegt werden. Die Gattung Adonis zählt in den meisten Ländern zu den bedrohten Arten. Eine Literaturrecherche ergab, dass insbesondere A. vernalis auf eine extensive Bewirtschaftung der Flächen angewiesen ist, wie beispielsweise Mahd oder Beweidung. Andernfalls kann es sein, dass die Lebensräume von A. vernalis in Zukunft verschwinden.

Beurteilende(r): Tremetsberger Karin
1.Mitwirkender: Kropf Matthias

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