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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Barbara Maria Weißnegger (2020): Globaler Lithiumbedarf in unterschiedlichen Nachfrageszenarien Modellierung bis 2050 unter besonderer Berücksichtigung der Elektromobilität.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Sicherheits- und Risikowissenschaften, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 111. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Die hinreichend bekannten Herausforderungen des globalen Klimawandels sind unter anderem auf umfassende CO2-Emissionen aus dem Verkehrssektor zurückzuführen. Als effektive Gegenmaßnahme erscheint der Umstieg von fossil auf elektrisch betriebene Fahrzeuge. Die Speicherung der benötigten Antriebsenergie erfolgt zumeist in Lithium-Ionen-Akkumulatoren. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Frage, wie sich der weltweite Lithiumbedarf bis 2050 unter verschiedenen Ausbaupfaden für Elektromobilität entwickeln kann. Für die Modellierung wurden die drei Szenarien Flat, Strong und Ambitious entwickelt. Sie unterscheiden sich beispielsweise in Elektrifizierungsgrad, Effizienzsteigerung, Recyclingraten und dem Anteil von Fahrzeugakkus an der weltweiten Nachfrage. Die errechneten Ergebnisse zeigen einen starken Anstieg des globalen Lithiumbedarfs. Recycling kann nur einen geringen Anteil zur Deckung beitragen. Damit muss die Bereitstellung großteils aus primären Lagerstätten erfolgen. Entsprechend untersuchte ein weiterer Abschnitt mögliche Auswirkungen in lithiumreichen Ländern, die ein verstärkter Abbau mit sich bringen kann. Prinzipiell gilt es, anstehende Profite gegen potenzielle Umweltfolgen abzuwägen. Es zeigt sich, dass eine Rohstoffgewinnung ökologische Tragfähigkeiten, lokale Biotope und somit die Lebensgrundlage der Bevölkerung beeinträchtigen kann. Zudem können Widerstände entstehen, sofern Ortsansässigen nicht an Entscheidungsprozessen und Gewinnen beteiligt werden. Maßnahmen wie standortangepasste Förderbedingungen, verstärktes Recycling oder die Suche nach Substituten werden diese Herausforderungen voraussichtlich nicht lösen, sondern nur zu einem anderen Rohstoff hin verschieben. Statt der reinen Forcierung von Elektrofahrzeugen zur Eindämmung von CO2-Emissionen schlägt die Autorin daher breit gefächerte Alternativen zum motorisierten individuellen Transport vor, die vom Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel bis hin zu Remote Working reichen.

Beurteilende(r): Liebert Wolfgang

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