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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Claudia Wess (2020): Einfluss invasiver Typha-Arten auf Pflanzengesellschaften an Gewässerstandorten im Osten Östereichs.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Botanik (Botany), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 72. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Rohrkolben sind mehrjährige krautige Sumpfpflanzen, die weltweit verbreitet sind. Die Pflanzen können sich sowohl generativ als auch vegetativ über Rhizome ausbreiten. Rohrkolben sind mit ausschließlich morphologischen Merkmalen schwierig zu bestimmen. Die Tatsache, dass Rohrkolben zudem zur innerartlichen Hybridisation neigen, macht die morphologische Bestimmung umso schwieriger. In Nordamerika gelten die Arten T. angustifolia, T. latifolia und deren Hybrid T. x glauca als invasiv. In Europa wiederum gelten die genannten Arten nicht als invasiv. Es wurden aber in Publikationen über neue Funde verschiedener Rohrkolben-Arten berichtet. Ein Beispiel stellt die Ausbreitung von T. shuttleworthii in Polen dar. In der Literatur wird zudem die Rolle von Gartencentern als eine Möglichkeit der Verbreitung von Rohrkolben genannt. Mithilfe von Mikrosatelliten (Primern nach Tsyusko-Omeltchenko et al. 2003) wurden Typha-Proben verschiedener Arten, hauptsächlich aus dem Raum Tulln, untersucht. Ein Teil der Proben stammt aus Gärtnereien und Gartenbaubetrieben. Der andere Teil wurde an Gewässern entlang der neuen Westbahnstrecke gesammelt. Das Ziel der Arbeit ist die genaue genetische Charakterisierung der Proben mithilfe molekularer Marker. Zum einen wurde eine Genomgrößenbestimmung mittels Durchflusszytometrie und zum anderem wurde eine Fragmentanalyse und Auswertung von Mikrosatelliten durchgeführt, um die Individuen anhand genetischer Merkmale identifizieren zu können. Die Ergebnisse zeigen, dass mehr als ein Drittel der untersuchten Proben aus sechs verschiedenen Gärtnereien und Gartencentern andere Arten sind, als auf der Etikettierung steht. Die Resultate spiegeln die schwierige morphologische Bestimmung innerhalb der Gattung Typha wieder. Inwiefern Pflanzen aus Gärtnereien eine Rolle als Gründer von Populationen spielen, ließ sich mit den vorliegenden Daten nicht beantworten.

Beurteilende(r): Bernhardt Karl Georg
1.Mitwirkender: Turner Barbara

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