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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Lea Neuhauser (2020): Environmental and genetic control of leaf traits in an oak provenance trial (Quercus robur).
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Botanik (Botany), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 61. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Die aktuelle Geschwindigkeit des Klimawandels ist hoch verglichen mit den aktuellen Migrationsraten von Bäumen. Dies kann eine potenzielle Gefahr für Quercus robur darstellen, eine ökonomisch und ökologisch wertvolle Laubbaumart Mitteleuropas. Allerdings erlaubte die schnelle Anpassung europäischen Eichen mit der Klimaerwärmung während vergangener Zwischeneiszeiten zurechtzukommen. Ziel dieser Arbeit war es herauszufinden, ob es bei Quercus robur signifikante Unterschiede in der Variation der Stomatadichte (SD), Dichte der Blattadern (VD) und der Kohlenstoffisotopenzusammensetzung (δ13C) zwischen Bäumen verschiedener Provenienzen oder Standorte gibt. Diese Blatteigenschaften sind eng an den Wasserhaushalt von Pflanzen gekoppelt. Zur Untersuchung potenzieller genetischer oder phänotypischer Anpassungen an das Klima, wurden Blattproben von 11-jährigen Bäumen zehn europäischer Provenienzen, die in einem Herkunftsversuch an drei verschiedenen Orten in Österreich gepflanzt wurden, gesammelt. Signifikante Variationen zwischen den Provenienzen können eine Ressource für die Anpassung an den Klimawandel sein. Zweifaktorielle ANOVAs zeigten einen signifikanten Standortseffekt auf VD und δ13C. Ein signifikanter Provenienzeffekt konnte für VD nachgewiesen werden und eine signifikante Interaktion, Umwelt x Provenienz, für δ13C. Ein erwarteter Effekt in der Variation der SD wurde nicht gefunden. Eine Korrelationsmatrix untersuchte Beziehungen zwischen ausgesuchten Blatt- und Holzeigenschaften. δ13C ist negativ mit der spezifischen Blattfläche (SLA) und positiv mit dem Blatttrockenmassegehalt (LDMC) korreliert. Der Blattstickstoffgehalt korreliert positiv mit LDMC und dem Brusthöhendurchmesser (DBH). Die Ergebnisse der Arbeit zeigen wie wichtige Blatteigenschaften mit dem Genotyp und der Umwelt variieren. Diese Information kann von der Forstwirtschaft genutzt werden, um die Auswahl von Vermehrungsgut und Maßnahmen zum Schutz der innerartlichen genetischen Vielfalt zu optimieren.

Beurteilende(r): Hietz Peter
1.Mitwirkender: Theroux Rancourt Guillaume

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