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Gewählte Dissertation:

Michaela Kropik (2021): Bryophytes on deadwood – drivers of diversity and distribution.
Dissertation - Institut für Botanik (Botany), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 107. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Totholzbewohnende Moose tragen erheblich zur Artenvielfalt von Wäldern bei. Die Einflussfaktoren auf ihre Vielfalt und Verbreitung waren Thema dieser Arbeit. Insgesamt wurden 8 143 Moosproben an 510 Totholzstämmen in 51 Wäldern entlang eines ausgeprägten Klima- und Totholzgradienten untersucht, die 214 Taxa inkludierten. Besonderheiten waren Orthotrichum urnigerum, Crossocalyx hellerianus, Geocalyx graveolens, Scapania carinthiaca, Scapania apiculata, Scapania scapanioides und Hypnum fertile. Eine Revision von Herbarbelegen zeigte, dass Tortula schimperi – in dieser Studie erstmals angesprochen – ein trocken-warmes Klima bevorzugt. Analysen des Gesamtdatensatzes legen den Jahresniederschlag und das Totholzvolumen als Leitindikatoren für die Moosdiversität nahe. Gemeinsam erklärten sie 67 %, 90 % bzw. 82 % der Variation im Laubmoos-, Lebermoos- und Gesamtartenreichtum. Schwellenwerte in diesen Beziehungen lagen bei ca. 60 m3/ha Totholz und 900 mm bzw. 1700 mm Jahresniederschlag. Die Moosvielfalt stieg bis zur Totholzschwelle stark an, bei noch höheren Totholzmengen jedoch nur mehr mäßig. 900 mm Jahresniederschlag war eine makroklimatische Grenze für totholzspezifische Moosarten. Unterhalb dieses Wertes verschwanden die obligaten Totholzmoose, Lebermoose waren selten, selbst bei hohem Totholzangebot. Die meisten Arten kamen bei 1700 mm Jahresniederschlag vor. Analog dazu profitierte auch die Leitart Buxbaumia viridis von einem geringen Austrocknungsrisiko und hohen Totholzmengen. Eine ergänzende Untersuchung mit Wildkameras zeigte, dass ein beträchtlicher Teil ihrer Kapseln gefressen wird, vor allem von Mäusen. Die enge Bindung der echten Totholzmoose an das Makroklima beschränkt erfolgreiches Totholzmanagement auf ausreichend feuchte Regionen. Trockenere und wärmere Bedingungen durch den Klimawandel werden den Artenreichtum verringern und die Zusammensetzung der Totholzmoosgesellschaften verändern, wobei die charakteristischen Lebermoose am stärksten gefährdet sind.

Betreuer: Bernhardt Karl Georg
1. Berater:
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