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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Joachim Paul Zeuner (2020): Fahrdynamische Messungen für Sicherheits- und Blickanalysen bei Fahrrädern und E-Scootern.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Verkehrswesen (IVe), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 245. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Mit dem Auftauchen von E-Scootern in Städten werden von Fahrrädern bekannte Herausforderungen im Straßenverkehr neu aufgerollt. Dazu zählen unter anderem die Abstellproblematik der E-Scooter auf öffentlichen Gehwegen und Verkehrskonflikte und Unfälle, in welche E-Scooter verwickelt sind. In dieser Masterarbeit werden Interaktionen und Verkehrskonflikte von E-Scooter- und Radfahrern mit anderen Verkehrsteilnehmern fahrdynamisch und blicktechnisch untersucht. Ziel ist die Ableitung eines angepassten Fahrverhaltens und einer ebensolchen Geschwindigkeitswahl für E-Scooter- und Radfahrer in kritischen Situationen. In den Fahrdynamikversuchen hat sich gezeigt, dass mit E-Scootern deutlich schlechtere Bremsverzögerungen erzielt werden als mit Fahrrädern. E-Scooter-Fahrer sind damit stärker gefährdet in Verkehrskonflikte verwickelt zu werden, weshalb entweder die Maximalgeschwindigkeit für E-Scooter von 25 auf 15 km/h herabgesetzt oder die Bremsleistung verbessert werden sollte. Bei der Blickuntersuchung, die in der Wiener Innenstadt auf Radwegen, in Fußgänger- und Begegnungszonen sowie Einbahnen stattgefunden hat, ist bemerkbar, dass die Wahrnehmung häufig durch dynamische und statische Sichtabschattungen beeinträchtigt ist. Damit E-Scooter- und Radfahrer auf Interaktionen möglichst früh reagieren können, muss die Geschwindigkeit an die Anzahl der wahrzunehmenden Objekte, die Sichtweite und die Sichtabschattungen angepasst sein. An Häufungsstellen von Verkehrskonflikten, wie z. B. Kreuzungen und stark frequentierten Fußgängerzonen, müssen Interaktionen baulich und planerisch besser geregelt werden. Eine verbesserte Verkehrssicherheit kann durch die Sicherstellung von Sichtweiten, Linienführungen mit genügend Abstand zu statischen Sichtabschattungen und beispielsweise Schutzwegen, die Fußgänger sicher über Radwege leiten, erfolgen. Die Information über ein „sicheres“ Miteinander im Straßenverkehr muss im Gleichklang mit der Förderung des Radverkehrs forciert werden.

Beurteilende*r:

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