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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Sigrid Redl (2021): Auswirkungen von Restaurationsmaßnahmen auf verschiedene Wiesentypen im Lainzer Tiergarten im ersten Jahr nach erfolgter Maßnahme.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Botanik (Botany), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 179. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Extensiv genutztes Grünland wird immer seltener in Österreich und Europa, einerseits durch Nutzungsaufgabe, andererseits durch Nutzungsintensifikation. 1999 wurde in fünf verschiedenen Wiesentypen im Lainzer Tiergarten ein Projekt zur Untersuchung unterschiedlicher Mahdintensitäten (keine Mahd (Nutzungsaufgabe), Mahd in jedem zweiten Jahr, jährliche Mahd) auf die Vegetation eingerichtet. Die Ergebnisse dieses 20ig jährigen Versuches sind unter anderem bei Leputsch 1997, Angeringer 2007, Angeringer&Karrer 2008, Angeringer&Karrer 2012, Kößl 2017, Bing 2000 nachzulesen. Im Februar 2020 wurde ein Restaurationsprojekt eingeleitet und bestehende Gehölzgruppen mechanisch entfernt, sowie eine jährliche Mahd eingeführt. Die Reaktion der Vegetation im Zuge dieser massiven Eingriffe ist Hauptthema dieser Arbeit. Die Artenzahl erhöht sich in allen Vegetationstypen und bei allen Mahdintensitäten, vor allem jedoch in den nie gemähten sowie jedes zweite Jahr gemähten Vegetationsflächen. Die Erhöhung der Artzahl sowie ein Anstieg der Beta Diversität sind vor allem durch die Wiederentdeckung verlorengegangener Arten, aber auch durch Immigration vorher nie dagewesener Arten zu erklären (Arten wie Sonchus asper, Solanum nigrum, Epilobium montanum, and Galeopsis tetrahit). Arten tauchen teils aus der Bodensamenbank, jedoch auch durch Anemo- und Dysochorie auf. Tatsächliche Zielarten werden nur vereinzelt beobachtet. In den Molinieten fällt die Erhöhung der Artzahl geringer aus als im Vergleich zu Brometen und Festuco-Tristeten wegen einer massiveren Streuakkumulation. In Brometen und Festuco-Tristeten bildet sich weniger Streu, wodurch sich auch die Artzahl erheblich erhöht. Im ersten Jahr sind jene nie gemähten Flächen vor allem von Störungs-Effekten gekennzeichnet, welche durch das hohe Auftreten an R-Strategen (Senecio vulgaris, Lactuca serriola, Vicia hirsuta oder Erigeron canadensis) indiziert werden.

Beurteilende*r: Karrer Gerhard

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