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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Fabian Markus Arminger (2021): GIS-basierte Untersuchung des geologischen und geomorphometrischen Einflusses auf die Murgangaktivität im Pitztal.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Alpine Naturgefahren (IAN), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 101. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Muren stellen eine große Gefährdung für Personen und Güter im alpinen Raum dar. Umso wichtiger ist daher das Verständnis über den Einfluss verschiedener Faktoren auf ihr Auftreten. In dieser Arbeit wurde der Einfluss geologischer und geomorphometrischer Merkmale auf die Murgangaktivität in 23 Einzugsgebieten des Pitztals (Tirol) untersucht. Die Grundlage stellt eine GIS-gestützte Kartierung aller Fest- und Lockergesteinsflächen dar. Die daraus abgeleiteten geologischen Parameter beschreiben zum einen das Vorkommen der Festgesteine im Einzugsgebiet in Abhängigkeit ihrer Verwitterungstendenz, andererseits die Größe der geschieberelevanten Lockergesteinsfläche wie auch die Anteile ihrer enthaltenen Lockergesteinstypen. Bezüglich der morphometrischen Eigenschaften wurden die Parameter mittlere Neigung, Melton-Zahl, Reliefverhältnis sowie die Länge des murfähigen Gerinnes ermittelt. Mittels statistischer Korrelationsanalysen wurden schließlich die Zusammenhänge zwischen den Parametern und der Ereignishäufigkeit auf Signifikanz geprüft. Repräsentativ für die Ereignishäufigkeit wurde einerseits die Ereignisanzahl je Einzugsgebiet seit 1950 verwendet, des Weiteren wurden morphometrische Merkmale der Ablagerungskegel als Indikatoren für die Murgangaktivität herangezogen. Während sich gegenüber den Ereignisdaten keine signifikanten Zusammenhänge ergeben, konnte anhand der Vergleiche mit den Kegeldaten gezeigt werden, dass mit steigender Melton-Zahl der Sammelgebiete sowie abnehmender murfähiger Gerinnelänge das Auftreten murartiger Prozesse gegenüber jenem fluviatiler Prozesse zunimmt. Ebenso kann eine klare Abnahme der Reliefenergie der Kegel mit steigendem Anteil an verwitterungsanfälligeren Festgesteinen im Einzugsgebiet festgestellt werden, wobei als Ursache ein unterschiedliches Ablagerungsverhalten der Gesteinsklassen vermutet wird. Darüber hinaus ist bei Zunahme der geschieberelevanten Lockergesteinsvorkommen ein tendenzieller Anstieg der Murgangaktivität zu erkennen.

Beurteilende*r: Kaitna Roland
1.Mitwirkender: Zangerl Christian
2.Mitwirkender: Aigner Philipp

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